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Deutsche arbeiten zu wenig
Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt hat eine Verlängerung
der Wochenarbeitszeit gefordert. “Fakt ist: Die Deutschen arbeiten
im internationalen Vergleich zu wenig. Wir liegen mit 1550 Stunden
pro Jahr etwa 20 Prozent unter den Amerikanern,” sagte Hundt der
Zeitung “Bild am Sonntag”.
Die Wochenarbeitszeit sollte nach seiner Ansicht von der Auslastung
der Betriebe abhängen. Dazu sollten die Flächentarifverträge
so verändert werden, dass die Regelung der Arbeitszeit den
Unternehmen selbst überlassen bleibt, betonte Hundt.
US-Unternehmen streicht neue Jobs
Der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie
fürchtet durch den Arbeitskampf um die 35-Stunden- Woche im
Osten dauerhaften Schaden für die Region. “Wir befürchten,
dass viele bei uns geplante Investitionen gestoppt und stattdessen
in Osteuropa getätigt werden”, sagte der Hauptgeschäftsführer
des Verbandes, Andreas Winkler, am Freitag der in Hannover erscheinenden
“Neuen Presse”. Dann werde der Osten noch Jahrzehnte Kostgänger
des Westens bleiben
"Wir wissen von einem US-Automobilzulieferer, der in Sachsen
700 Arbeitsplätze schaffen wollte – wegen des Streiks wurde
die Investition ausgesetzt, den Amerikanern ist das zu suspekt.”
IG Metall und Arbeitgeber haben sich unterdessen zu neuen Gesprächen
bereit erklärt. Die Gewerkschaft will die Verhandlungen bis
Donnerstag wieder aufnehmen.
"Ein Streik in der jetzigen wirtschaftlichen Lage passt
in die Landschaft wie Schneefall im Sommer", so Stoiber.
Noch schärfer formulierte es Sachsens Ministerpräsident
Ministerpräsident Georg Milbradt. Er warf der IG Metall in
einem Fernsehinterview grobe Einmischung in den Aufbau Ost vor.
"Wir haben Milliarden Aufbauhilfe in die Metallindustrie gesteckt,
das darf nicht umsonst gewesen sein", sagte er wörtlich.
Seiner Ansicht nach gefährdet die IG Metall mit ihren Streiks
mutwillig den wirtschaftlichen Aufschwung in Ostdeutschland.
Die Gewerkschaft sei jedoch verhandlungsbereit und warte auf
ein Angebot der Arbeitgeber. Es gehe nicht darum, die Wirtschaft
in den neuen Ländern kaputt zu streiken, erklärte Düvel.
"Wenn wir das Image als Billigtarifgebiet loswerden, dann wird
es auch hier Arbeitsplätze geben." Der Arbeitgeber-Dachverband
Gesamtmetall verwies auf Anfrage auf Aussagen seines Präsidenten
Martin Kannegiesser, der bereits am Freitag erneut Verhandlungsbereitschaft
erklärt hatte. Dabei sei für Gesamtmetall die Beendigung
des Streiks nicht das einzige Motiv zur Aufnahme von Gesprächen.
Die Arbeitgeber strebten eine Lösung an, die der Situation
der Betriebe in Ostdeutschland gerecht werde und zugleich moderne
Tarif-Elemente einbringe. Keinesfalls dürfe es durch Arbeitszeitverkürzungen
bedingte Kostenerhöhungen für die Betriebe geben.Die IG
Metall sei für flexible Lösungen und für Kompromisse
zu haben, sagte Peters. "Wir haben immer gesagt: Die Arbeitszeitkürzung
ist nicht morgen und nicht auf einen Schlag durchzuführen.
Wir wollen es in einem Stufenplan, und wenn es so ist, dass die
Unternehmen sehr unterschiedlich zu behandeln sind, dann machen
wir einen Tarifvertrag mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Auch darüber kann man reden."Lohnstückkosten führen
in die Irre Definiert sind die Lohnstückkosten in nationaler
Währung als die Relation von Arbeitskosten je Beschäftigtenstunde
zur realen Bruttowertschöpfung. Genau in diesem Teufelskreis
steckt die deutsche Volkswirtschaft: in einem Zyklus von Automatisierung,
sinkender Beschäftigung und überzogenen Lohnforderungen.
Trotz Arbeitswillen: Kündigung wegen Krankheit
Einem Arbeitnehmern kann aus krankheitsbedingten Gründen
gekündigt werden, mag er auch arbeitsmotiviert sein, unbedingt
arbeiten wollen und sich für arbeitsfähig halten. Das
entschied das Bundesarbeitsgericht gegen einen Hilfshandwerker,
der sein kranheitsbedingtes Schicksal nicht wahrhaben wollte.
Er wurde nach mehrmonatiger krankheitsbedingter Abwesenheit am Fabriktor
abgewiesen, als er an seinen Arbeitsplatz zurückkehren wollte.
Der Werksarzt hatte zuvor diagnostiziert, daß der bienenfleißige
und überaus motivierte Arbeitnehmer wegen eines Rückenleidens
seine bisherige Tätigkeit würde nie mehr ausüben
können. Dies akzeptierte der Arbeitnehmer nicht, denn
er hielt sich für arbeitsfähig und klagte, als ihm auch
noch die Kündigung ins Haus flatterte. Der Arbeitgeber bekam
recht, weil nach dem höchstrichterlichen Spruch ein objektiv
bestehendes Leistungsunvermögen des Arbeitnehmers nicht durch
dessen lobenswerten und ausdrücklichen Wunsch ersetzt werden
kann, weiter zu arbeiten
Bundesarbeitsgericht, 2 AZR 666/97
Beleidigung: Was der Chef nicht weiß ...
Ein Arbeitnehmer darf seinen Chef schon mal als "Verbrecher"
bezeichnen, doch dem darf es nicht zu Ohren kommen. Eine solche
Formalbeleidigung des Arbeitgebers ohne echten Tatsachenhintergrund
ist kein wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung
ohne Abmahnung, so das Landesarbeitsgericht Köln. Vorausgesetzt:
Die Beleidigung wird in Abwesenheit des Chefs im Kollegenkreis geäußert
und es liegen keine Anhaltspunkte vor, daß er davon erfahren
könne.
Landesarbeitsgericht Köln, 11 SA
Bildzeitung 02.09.2003
Sind die Deutschen faul? Deutschland diskutiert über den
Vorstoß von CDU-Chefin Angela Merkel für längere
Arbeitszeiten (BILD berichtete). Auch der angesehene Publizist Henryk
M. Broder hat sich in die Debatte eingeschaltet. In einem Beitrag
für die angesehene Schweizer “Weltwoche“ schreibt Broder: “Die
Deutschen haben das Arbeiten verlernt.“ BILD druckt die wichtigsten
Auszüge: “Ein Jahrzehnt, nachdem Helmut Kohl Deutschland
einen ‚Freizeitpark‘ genannt hatte, wird klar, wie richtig der Ex-Kanzler
mit seiner Feststellung lag. Man muss sich nur die Berichte von
der Streikfront in Ostdeutschland ansehen, wo vier Wochen lang erfolglos
für die Einführung der 35-Stunden-Woche gekämpft
wurde... Man muss schon aus den ganz neuen Ländern im Osten
kommen, um das Absurde hinter dem Albernen zu erkennen. Er staune
nicht darüber, dass die Ostdeutschen für die 35-Stunden-Woche
auf die Barrikaden gingen, meint ein polnischer Facharbeiter, die
hätten schon zu DDR-Zeiten nicht mehr gearbeitet. Erstaunlich
sei nur, dass die 35-Stunden-Woche im Westen der arbeitstechnische
Normalfall sei. ‚Die Deutschen haben das Arbeiten verlernt.‘
Eine schlichte Einsicht mit weitreichenden Konsequenzen. Der Freizeitpark
bietet viele Als-ob-Jobs, vom Türsteher bis zum Moderator;
immer mehr junge Menschen antworten auf die Frage, was sie am liebsten
für den Lebensunterhalt machen würden, mit dem Wort ‚Eventmanager‘.
Die alte und bewährte Grundregel, dass Reichtum geronnene Arbeit
bei gleichzeitigem Konsumverzicht ist, dass man übermorgen
nur das ausgeben sollte, was man vorgestern verdient hat, ist längst
außer Kraft gesetzt, zugunsten einer ganz neuen Ökonomie,
die von der Illusion genährt wird, dass jede Hobbytunte über
Nacht zum Superstar werden kann, wenn sie eine Hand voll Adjektive
auswendig gelernt hat: geil, schrill, super, cool und hammerhart.
In manchen Fällen scheint das auch zu funktionieren. Man kann
die vielen Talentwettbewerbe,die derzeit überall stattfinden,
auch als eine Art Arbeitsbeschaffungspolitik im kulturellen Überbau
verstehen, die zur Entstehung von Ich-AGs Anstoß gibt.
Jetzt müssten nur noch die schon sprichwörtlichen ‚Lohnnebenkosten‘
gesenkt werden, damit ‚die Arbeit wieder bezahlbar‘ wird. Leute,
die beim Einkaufen brutto von netto nicht unterscheiden können,
wissen dafür ganz genau, wie die Sache mit den Lohnnebenkosten
funktioniert.
Nicht die Arbeitslosen sind das Problem, sondern
die Arbeitsunwilligen.
Wo die Arbeit als der Zeitvertreib der Dummen gilt und man am
liebsten arbeiten lässt, da existiert nicht einmal mehr der
gute alte Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. Dabei gäbe
es einen Weg, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitsmoral
zu verbessern. Bundeskanzler Gerhard Schröder war bei seiner
letzten Asienreise so sehr von der wirtschaftlichen Dynamik der
von ihm besuchten Länder angetan, dass er im privaten Kreis
gesagt haben soll, wenn die Deutschen sich die Asiaten zum Vorbild
nehmen würden, sähe die Lage in Deutschland anders aus.
Leider hat er etwas übersehen, nämlich dass Fleiß,
Disziplin, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit in Deutschland
als verwerfliche ‚Sekundärtugenden‘ gelten, mit denen man ein
KZ organisieren kann, und eben nicht als notwendige Vorraussetzung
für privaten Erfolg und allgemeine Prosperität.“
CDA-Chef: "Griff in die Taschen der Arbeitnehmer"
Merkel im Kreuzfeuer: Der Plan der CDU-Chefin, die Arbeitszeiten
in Westdeutschland zu verlängern, löste auch in den eigenen
Reihen heftigen Widerstand aus. Die Äußerungen Merkels
seien "völlig daneben", schimpfte Hermann-Josef Arentz,
Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels.
Verlängerung der Arbeitszeit sei ungerecht Das Thema
sei nicht Sache der Politik, sondern der Tarifparteien, sagte er
in der "Kölnischen/Bonner Rundschau". "Eine
Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich ist nichts
anderes als der ungerechte Griff in die Taschen der Arbeitnehmer",
so Arentz, auch Präsidiumsmitglied der CDU.
Westerwelle mahnt mehr Fleiß an Manche Politiker aus
Union und FDP stärkten Merkel jedoch den Rücken: "Besser
in der Woche eine Stunde länger arbeiten als erst mit 67 oder
gar 70 Jahren in die Rente. Wir werden unseren Wohlstand nicht mit
weniger Arbeit halten können, sondern nur mit mehr Fleiß",
mahnte FDP-Chef Guido Westerwelle in der "Bild".
Wirtschaft wettbewerbsfähig machen Auch der CDU-Wirtschaftsexperte
im Bundestag Michael Fuchs schloss sich Merkels Vorstoß an.
Die Wochenarbeitszeit müsse "in ganz Deutschland auf 40
Stunden ohne Lohnausgleich verlängert werden", zitierte
das Blatt Fuchs. Nur so werde die deutsche Wirtschaft international
wieder wettbewerbsfähig.
Merkel will Ost-West-Angleichung Merkel hatte vorgeschlagen,
die Arbeitszeiten in Ost und West dadurch anzugleichen, dass die
Menschen im Westen ein bis zwei Stunden länger arbeiten anstatt
die Arbeitszeiten im Osten zu verkürzen. "Im Zweifelsfall
wird man im Westen wieder etwas länger arbeiten müssen
für den gleichen Lohn und nicht weniger lang", hatte die
CDU-Vorsitzende erklärt. Angesichts der Globalisierung werde
die Einsicht vieler Bürger dahin kommen, lieber eine Stunde
länger für das gleiche Geld zu arbeiten, als den Arbeitsplatz
zu verlieren. CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs sieht die
neuen Bundesländer ebenfalls als Vorbild für den Westen:
„Die Wochenarbeitszeit muss in ganz Deutschland auf 40 Stunden ohne
Lohnausgleich verlängert werden. Nur so wird die deutsche Wirtschaft
international wieder wettbewerbsfähig.“
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle sagte: „Besser in der Woche eine
Stunde länger arbeiten als erst mit 67 oder gar 70 Jahren in
die Rente. Wir werden unseren Wohlstand nicht mit weniger Arbeit
halten können, sondern nur mit mehr Fleiß.“
Auch die CDU kann die Wirklichkeit nicht ausblenden. Was wir
können, ist: gerechtere Lösungen finden. So ist es nach
meiner Auffassung falsch, die längeren Arbeitszeiten im Osten
den kürzeren im Westen anzupassen. Richtig wäre es, die
West-Arbeitszeiten denen im Osten anzupassen. Einige Gewerkschafter
– selbst bei der IG Metall – sehen das inzwischen genauso. Wir müssen
uns sowieso darauf einstellen, ein oder zwei Stunden pro Woche mehr
zu arbeiten. Das bedeutet dann auch, dass unsere Ausbildungs- und
Studienzeiten verkürzt werden und das gesetzliche Renteneintrittsalter
nicht immer stärker abweicht von dem tatsächlichen.
Nordkorea droht den USA mit Atomkrieg
Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA spitzt sich zu: Die
Regierung in Pjöngjang hat vor einem Atomkrieg als Folge von
US-geführten Marinemanövern im Pazifik gewarnt. Furchtbare
Katastrophe "Wenn die selbstherrlichen und waghalsigen
militärischen Provokationen der US-Imperialisten toleriert
werden, wird die koreanische Nation nicht um solch furchtbare Katastrophen
wie einen Atomkrieg herumkommen", zitierte die südkoreanische
Nachrichtenagentur Yonhap die nordkoreanische Parteizeitung Rodong
Sinmun. Foto-Serie Nordkorea, das isolierteste Land der Welt
Massenvernichtungswaffen auf hoher See Die USA, Frankreich,
Japan und Australien haben mit einer Übung in der Korallensee
begonnen, bei der es um das Aufspüren von Frachtschiffen geht,
die Massenvernichtungswaffen transportieren. Die USA werfen Nordkorea
vor, Drogen, Falschgeld und Raketen zu schmuggeln. Schwere
Vorwürfe an Nordkorea Die Übung "Pacific Protector"
richtet sich nach US-Angaben nicht gegen Nordkorea im besonderen.
Die USA befürchten jedoch, dass Nordkorea Militärtechnologie
- bis hin zu Atomwaffen - an Terroristen-Gruppen verkaufen könnte.
Die nordkoreanische Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Schiff mit Scud-Raketen gestoppt Im Dezember
hatte Spanien im Arabischen Meer ein nordkoreanisches Schiff gestoppt
und an die USA übergeben, das Scud-Raketen nach Jemen transportierte.
Nachdem die US-Regierung festgestellt hatte, dass die Lieferung
keine internationalen Gesetze verletzte, durfte das Schiff weiterfahren.
Nordkorea setzt Atomprogramm fort Der Atomstreit zwischen
Nordkorea und den USA entbrannte vergangenen Oktober, als Nordkorea
einräumte, entgegen einem Abkommen von 1994 sein Atomprogramm
fortgesetzt zu haben. Seitdem hat Nordkorea Inspektoren der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) des Landes verwiesen und den stillgelegten
Atomreaktor Yongbyon wieder angefahren. Nordkorea soll
Atombomben besitzen Zudem trat Nordkorea aus dem Atomwaffensperrvertrag
aus, der die Weiterverbreitung von Atomwaffen und der Technologie
zu deren Bau verbietet. Das kommunistische Land verfügt den
USA zufolge vermutlich bereits über ein bis zwei Atombomben.
Nichtangriffspakt gefordert Nordkorea hat von den USA unter
anderem einen Nichtangriffspakt gefordert, was diese jedoch ablehnen.
Die USA fordern, dass sich Nordkorea zunächst grundsätzlich
zur Aufgabe seines Atomprogramms bereit erklärt.
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