Copyright © Juli 2002 by Friedhelm Schulz

Urheberrrecht beachten

Strickende Frauen

von Friedhelm Schulz

 Jede ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen personen sind reinzufällig. Die ist frei erfunden

 

Im Himmel lagen Scherben , weit verstreut lagen sie , manche silbern glänzend, andere wiederum sahen wie Staub aus und doch lächelnden sie
Mein Mund war wie ein öliger Schwamm der meine Zunge wie Schnaps umarmte und an der Decke hing ein Leuchter der ganz genau wußte auf wen er strahlen sollte
Nein, nicht auf mich, ich sah ihn doch nur an. Er hing so leblos an der Decke, er strahlte verloren wie meine Zähne im Blitzlichtgewitter. Immerhin einmal wurde ich Photographiert. Damals .Ich war noch ein Kind - Ein kleines Kind, schüchtern und in Schmetterlinge verliebt
Irmhild war auch immer so eine wie ich. Wir sammelten damals Regenwürmer. Welche mit Streifen. Gelb waren sie, und diese Würmer hatten kein hinten und vorne. Wir kauten ihnen Blätter vor, liebten sie ein Weilchen, bewahrten sie nur einen Tag in Irmhilds Schürzentasche.
Aber an was denke ich da auf einmal
Alternder Wecker hat geklingelt , arbeiten gehendes Radio geht an  ; es wird gespielt ; die Bayernhymne.
Schreckliche Träume .Wir lieben uns ein Weilchen nur ,gehen nüchtern und verloren an den Kühlschrank "Saufdichzu".
Nur nicht hingehen ,ja sagen, nein sagen überhaupt etwas sagen , oh Gott ,nur nicht denken.
Aber da war auch gleich das Mofa, die Gartentür geht zu. Renntengteng renntengten. Peng!
Lastwagen links, Straßengraben rechts, und all diese Stoßstangen, mannshohe Reifen
Und erst den Regen im Gesicht .
Heute ist kein Tag zum Sterben, fahr weiter, fürchte dich  nicht.
Rengtengtengtengen Renitenten Renng.
Ich war vor ihm da. Er fuhr einen BMW, er hatte wohl 200 PS oder mehr. Aber ich kam immer vor ihm an der Stechuhr an. Wir wohnten im selben Kaff.
"Morgen Krieg ich dich" ,sagte er, doch er bekam mich nie.   
Ich war immer eine halbe stunde vor Anpfiff am Stechen war es einfach viel leichter sich umzuziehen  .Den Schrank  aufgemacht mit den Arbeitsklamotten . In den anderen Schrank daneben die Altagsklamotten reinhängen. Und auf einmal stands'de da in Unterhosen und wußtest überhaupt nicht aus welchen Schrank du die Klamotten nehmen solltest.
Es war einfach so ein  Montag morgen ,oder einer mitten drin .
Das zeigte sich dann schon. Hauptsache richtig anziehen. Dann kamen die Autofahrer!
Nur raus weg .Sie kamen alle auf einmal .Die Tür von der Umkleide schlug niemals zu. Ich hielt denen nur grüßend die Tür auf und war der erste der sich einen Kaffee zog.
DIE MOFAFAHER

Ein paar Hundertfünfzigprozentige waren schon an ihren Maschinen.
Kein Gong und nichts, aber sie arbeiteten. Spann auf spann auf, sangen die Maschinen Kollegen kamen sich wichtig dabei vor. "Wir arbeiten vor der Zeit".
In der Klapse hab' ich auch einen kennen gelernt. Jesus vor der Zeit .Der erhängte sich dann später an `ner Stuhllehne mit seiner Unterhose. Ich kam gerade vom duschen zurück und fand ihn wie er da so `rumhing. Wir rauchten immer eine Selbstgedrehte  zusammen vor dem Frühstück. Jetzt hatte ich eine mehr für mich.
Einen von denen traf ich am Kaffeeautomaten. Links von uns der BIERAUTOMAT.
"Hey man wir müssen fleißig sein", sagte ich.
"MEINE MASCHINE LÄUFT"
Und ich drückte auf Kaffee mit allem. Extra süß, EXTRA HELL .Von allem EXTRA. Es dauerte. Die Maschine machte ihren teil.
Und hinter mir standen Typen an und die fluchten ,weil ich alles EXTRA haben wollte.
Ich hatte mein en Drink, verschwand um die Ecke. Da war er, mein Arbeitsplatz und es hatte noch nicht einmal gepfiffen.
ARSCHLÖCHER!
"Hey Franki"  .Ich sah einen Kollegen wieder. Noch einen und wieder einen jetzt erst recht einen und da schlappte noch einer auf uns zu. Ich war nicht der erste.
Unsere Arbeit bestand darin jedem Maschinisten das zu geben was er brauchte. Bohrer Fräser, Gewindeschneider in allen Variationen. Alles nach Zeichnung und Vorgabe von den Technikern die das ausgeheckt hatten nach ihren Vorstellungen und Ideen. Die Sachen hatten Nummern - jedes nach seine Art und waren somit unverwechselbar , wir brauchten sogar einen Computer mit all den Daten und Auflistungen um damit klar zu kommen . Tausenderlei und wir mußten wissen was für was zu gebrauchen war und was für das andere nicht taugte. Die einen bestellten das Werkzeug, schoben es in die computergesteuerte Fräsmaschine mit allen Daten von Länge und breite und noch so allerhand und starteten das ganze gerät und das war's auch schon.
Die dachten nie daran, daß sich einer von uns vertun konnte. Falsche Nummer, falsches teil und alles war zum Teufel . Die warteten heimlich auf solche Sachen. Naja, Flugzeuge stürzen auch ab , Schiffe gehen unter und die Sterberate liegt bei hundert Prozent .
Wir lasen Zeitungen von gestern . Sagten kein Wort.
Jeder hatte eine Zeitung vom Vortag, las die fetten schwarzen Überschriften und wenn wir genug davon hatten teilten wir die Dinger untereinander aus. Die Welt ist einfach prima erschreckend.
Ich drehte mir eine Kippe. Gleich mußte es pfeifen. Ich rauchte sie an.  Dann pfiff es.
Wir sahen uns an .
"Warum kann ein Bierautomat nicht den Sinn vom Feierabend abgeben?".
Achselzucken , ein  DU WEISST SCHON und wir hielten unseren Arsch wieder hin. Alle Stanzen machten auf einmal kawumm . Die automatischen Fräsmaschinen wimmerten wie gehabt. Und wir auch. Der  Tag hatte uns wieder.
Wir hatten eine Theke, bald zwanzig Meter lang. Überall Schubfächer. Abgesperrte SCHUBFÄCHER mit 'nen Haufen Kram 'drin. Fräser in allen Größen, und hinter uns waren Regale, und neben uns gab es Regale mit Aufnahmen wo all der Schrott eingespannt werden sollte. All so`n Mist eben damit in den Maschinen eben das fabriziert werden konnte was sein mußte.
Ach was sag` ich da. Wir hatten auch einen PATERNOSTER mit allem ERSATZ drin. Dreitausendfünfhundert Sorten die alle ihre Bestimmung hatten. Sieben Meter hoch, vier Meter breit und zweizwanzig tief. Computergesteuert.
Ich ging zum Schlüsselkasten hin, schloß ihn auf UND HOLTE MIR DEN Generalschlüssel für all die schränke raus, sperrte auf.
Die Maschinen machten KAWUMM!
"Mein Gott was hab ich verbrochen !" Arbeiten wollte ich nur und meine ruhe haben.
"Franki hol ein Bier oder ich gehe wieder". Er sah mich bald zu lange an ,er   verschwand um die ecke zum Bierautomat und kam mit zwei Flaschen wieder.
Der Tag hatte uns, und wir den Bierautomaten.
Und wir machten unsre Arbeit. Unbefangen-katerfrei, und scheiße noch mal.
"Geh nie Arbeiten", hat mein Vater immer zu mir gesagt, "Das iss die Hölle", hat er gesagt und trotzdem ging er hin. Vielleicht sollte was aus ihm werden.
Die Maschinen machten KAWUMM. Ich dachte an Feierabend, an den Bierautomaten der nicht leer werden sollte, an mein Mofa, daß mich hier her brachte  und auch wieder zurück, hier raus bringen mußte. Was sonst.
Es hat zur Arbeit gepfiffen denn prost .
Ich hörte die Kronenkorken zischen, spürte einen Schlag in den Rippen wieder bei mir, bei Frank, beim Bier, beim prost in der Arbeit und beim KAWUMM.
Scheiß MONTAG
Meine Mutter hätte mich da nie hin geschickt wenn die das wüsste.
_____________________________________________
Am Abend gab es Feinkost in der Glotze. Von Wum, monthi und fang dir das Glück .
Ich hatte bessere Trümpfe. Wodka, Bier, Verhüterlie und Chips. Die fetten aus der Norma im ewigen Angebot. Ich wollte meine ruhe haben, den Kühlschrank leer fressen ,vor mich hin furzen im Morgenrock und nur auf den kommenden Arbeitstag warten Tage für alle Verlierer . Einfach so. Und dem HERRN wollte ich auch danken .
Meine Füße stanken, mein Arsch, meine Axel rochen, meine Haare luderten fettig in der Stirn  'rum. Ich sah den Mülleimer an und wollte mit ihm weggetragen werden.
Scheiß Feierabend, warum ist die Nacht nicht 'rum? Das Telefon klingelte. Es war April.
 Ich wollte das Telefon an die wand schmeißen, den verdammten Postminister verbrennen, so richtig Feuer und Flamme mit der ganzen verdammtem Welt.
"Ja ?".
"April !".
"Astrein".
"Ich dachte, ich ruf ` dich mal an, einfach so eben an. Ich hab 'ne neue Tussi aufger issen und zu rauchen hab ich auch was da, willste nicht vorbeikommen oder am besten ich komm gleich mal rüber. Bis dann"
April legte auf.
Ich wollte einfach nur FEIERABEND machen.
Sie kamen an. April schwankte die Treppen zu mir rauf - ich wohnte unterm Dach vier Treppen hoch. Im Schlepptau seine Neue. Warum mußten sie so irre Laute von sich geben?
"Gleich haben wir's geschafft .Eine Treppe noch jetzt ist es so weit" .
Und da schnauften sie hoch und ich sah sie vom Treppenschacht aus kommen, schwitzend stöhnend und eine Tür unter mir ging auf . Ein Schrei :
"In fünf Minuten hole ich die Polizei, alle zwei tage diesen ärger!"
Warum lebe ich noch? Diesen Satan von Mitbewohner will keiner im Himmel haben. Hach! Ich bin doch ein anständiger Mensch verdammt noch mal!
April schlug die Tür hinter sich zu und bugsierte seine neue Flamme an mir vorbei Richtung Wohnzimmer und  sie  schmissen sich auf das Sofa.
"Wie findest du sie?", fragte er mich stolz .
Ich war da, mein Kühlschrank, Bier war da. Schnaps auch und ein Fleischermesser in der Schublade. Die Polizei in fünf Minuten.
Was hab ich nur angestellt?
Sie stand vom Sofa auf und drehte sich im Kreis. Schwarze Haare, schwarzer Schlapperpullover, zwei links zwei rechts gestrickt, schwarze hautenge Lederhosen die ihre Möse abzeichneten, schwarze Turnschuhe wie sie die Boxer im Ring tragen. Sie drehte sich immer noch. Eine Figur wie eine Ballerina. Weiß geschminkt, schwarzer Lidschatten auf ägyptisch gemacht. Die Lippen auch in Schwarz.   Sie drehte sich. Ihre Augen waren auch schwarz, glasig und nicht ganz bei der Sache. Ich tippte auf Valium. Zehner Valium mit einem Promille.
Sie drehte sich noch immer, kicherte, tänzelte an mir vorbei, geriet dabei leicht ins taumeln und setzte sich  endlich neben April auf das Sofa.
"Hey ich bin Barbi" stellte sie sich vor. "Hast du Mineralwasser da? .
Ich stand da mit offenem Mund. Was für eine Stimme. Wie samt, weich und zärtlich als würde man eine Katze streicheln. Und diese Sphinxaugen, orientalisch, ihr Augenaufschlag, ihre Bewegungen und alles. VALIUM.
Ich gab ihr ein Glas Leitungswasser, April und mir Bier.
Ich setze mich dazu. Schweigend, leblos. April baute einen Joint. Elegant wie immer. Eine Tüte wie sie auszusehen hatte nicht zu lang und nicht zu fest gerollt mit ordentlich Durchzug.
Morgen früh um fünf mußte ich wieder raus, und jetzt das.
Mein Chef wollte mich wieder haben, die Kollegen, der Vorarbeiter, der Pförtner wollte mich sehen und der Bierautomat, die Stechuhr und tot und Teufel.- Jesus auch.
Wir zerrten uns das Zeug rein. Tief, gierig als würde unser leben dran hängen. Ich kicherte, April kicherte, Barbi kicherte und dann war sie hinüber ein Schatten ihrer selbst gleich ihrer Maskerade selber. Armes  Ding.
April war Arbeitslos, ein arbeitsloser Metaller, der seine Abfindung von drei Monatslöhnen plus Prämie durchgebracht hatte und nun alles treiben ließ. Die Welt, Hoffnung auf Besserung der Zustände, dem Dope, den Feierabendverkehr das Leben, das Arbeitslosengeld, auch Gott und was noch alles dazu gehört. Und nicht zu vergessen die Scheißhaustaler ohne die in der Maloche nichts lief.
Wir rauchten uns weit weg, weiter weg als sonst, beinahe in die Nähe von Barbi. Schwarzweiß und arschlecken. Wir bekamen Schmacht auf Süßes, auf Rollmops mit Sauerkraut, einen Maggiwürfel konnten wir auch gut vertragen. Astreines Zeug eben wenn man gut drauf is´. Wo er das Zeug nur her hatte. Verdammter Dealer!
Ich hatte alles da.  
Barbi wirkte ziemlich leblos. Ihr Atem ging recht flach, ich fühlte ihren Puls. Er war kaum fühlbar, flach und rasend schnell. Ich stieß ihr in die Rippen, sie schlug die Augen auf, sagte: "Hey, willste meine Titten sehn " und schon war ihr Pullover hoch und die Dinger schaukelten vor meiner Nase rum. Sie war lebendiger als ich dachte. April blinzele vor sich hin fummelte mit dem Feuerzeug an seinem Peas rum und ließ sich nicht stören.
"Gefallen sie dir?" , lallte Barbi, "Die sind mir mächtig gut gelungen". Sie schlenkerte sie ein wenig hin und her daß es klatschte und versteckte sie wieder.
"Weck sie nie auf wenn sie zu ist, da macht sie immer solche Sachen", sagte April.
Barbi lehnte sich an April und machte weiter auf tot.
"Sie hat mächtige teile, Herrje, mächtige sogar, da kann´ste sogar..."
"Zieh Mann und laß dich nicht von Titten irritieren". Ich nahm den Joint und die Welt hatte mich wieder.
Es wurde ziemlich spät. Wir tranken meinen Biervorrat weg, schnabbulierten noch ein wenig Wodka, rauchten alles auf bis, Sterne um uns tanzten. Zwischendurch sahen wir aus dem Fenster auf das Dorf herab. Dunkelheit, Laternenlicht, tot, alle Häuser lichtlos, geparkte Autos, keine Katze ließ sich blicken nicht einmal ein besoffener Spätheimkehrer war zu sehen.  Alles schlief. Nur wir nicht.
Die Wolken trieben tief dahin, groß und mächtig waren sie aufgetürmt,   der Vollmond lugte dazwischen durch und es schien als wollten all die Wolken das Dorf unter unseren Füßen dahinraffen und mit einem großen grinsen verschlingen.
Keine Ahnung wie ich die beiden los wurde. Ich hörte am andren morgen nur den Wecker und kam erst so richtig unter der dusche wieder zu mir.
Was haben die beiden von mir gewollt? . Ich trocknete mich ab, zog mich an, drehte mir eine Zigarette.
Was verdammt noch mal haben die von mir gewollt? April kommt mit seiner schwarzen Schickse, halb tot noch dazu, sie zeigt mir ihre Titten. Was haben die beide von mir gewollt?
Ich ging ans Giebelfenster und sah raus. Es sah nach Regen aus. Kurz nach fünf war es, dunkel, Anfang Februar, kurz vor der Stechuhr. Warum lebe ich noch?
Vorsichtshalber zog ich mir noch meine Regenklamotten über.
In der Spedition schräg gegenüber wurden die ersten Lastwagen beladen. Fleißig, fleißig schepperten die Rollkontainer.
So ein Lastwagen kann einen mächtig bange machen. Die Dinger überholen dich mit einem halben Meter abstand. Da kannst du nur noch grade ausschauen, den Lenker festhalten und die Luft anhalten. Augen zu und durch geht da nicht. Du siehst dich mit offenen Augen unter die Räder liegen. Blobb,blobb,blobb und hoppla, aber mit offenen Augen. Welch dunkle Gedanken.
Schnell noch einen Schluck kalte Milch aus dem Kühlschrank, Hut , Regenschirm und Brille geschnappt, Tür zu und die vier Treppen runter. Das leben hatte mich wieder. Ich nahm noch die Zeitung aus dem Briefkasten mit. War mir ein Rätsel warum so ein Zeitungsausträger so bald auf den Beinen ist. Vielleicht spinnen alle Zeitungsträger oder sie haben spleenige Frauen im Bett oder umgekehrt. An der Zeitung wird's bestimmt nicht liegen. Oder sonst was.
.- Was hat April mit seiner Tussi bei mir gewollt.
Ich machte das Garagentor auf und holte das Mofa raus. Im Gepäckkorb verstaute ich die Zeitung. Das Mofa sprang beim zweiten mal an. Eine gute Leistung für das gute Stück und ab ging es.
Links abbiegen, dann gleich die nächste rechts bis zur Hauptstraße, noch mal links ,gleich wieder rechts nach der Tankstelle. Eine sehr tückische Kurve weil sie immer enger wurde, dann über die Bahngleise geholpert. Der Freeway hatte mich wieder und es war noch kein Aas auf der Straße, nur ich und meine Mansarde lagen hinter mir. Nach einer weile überholte mich ein Sattelschlepper ,aber ganz auf der linken Seite. Voll aufgeblendet. Der hatte sicher angst vor mir oder mein Rücklicht brannte nicht. Mein Gott! April und seine neue waren mir jetzt auch egal. Warum muß er auch immer mit dope antanzen und einem das Gehirn durcheinander bringen?. Ich fahre Mofa, in die Arbeit ,noch eine ecke zu. Niemand kann mich totfahren, nicht einmal ich. Die Flugplatzkreuzung hatte schon eine menge Leute ins Grab gebracht. Ein Stopschild ,angehalten, geguckt und ab die Post darüber hinweg und rechts auf den Radweg eingebogen. Gleich haben mich die Chefs, bekomme ich die Stechuhr zu spüren.
Ein Nachbarsjunge hatte sich vor kurzen in der nacht an der Kreuzung mit seinem Bike in den Tod gefahren. Es mußte ihn wohl einer leicht gerempelt haben als er rüber ist. Am Rücklicht nur. Er wurde in die Prärie geschleudert ,kalt war es auch noch dazu und als man ihn zufällig fünf stunden später fand war er an Unterführung eingegangen. Sein Bike war auch nicht mehr zu gebrauchen. Totalschaden. Er kam von der zweiten Schicht. Naja, ich fahre Mofa und nicht so ein hundert PS teil.
___________________Es gab eine menge Unruhe in der Firma. Es ging das Gerücht, daß Leute entlassen werden mußten wegen der schwachen Konjunktur und der schwachen Auftragslage. Es hieß, daß sich die Leute unser Zeug nicht mehr leisten konnten weil unsere Löhne zu hoch waren. Unser Durchschnitsverdienst lag dreihundert Mark über den Satz der Sozialhilfe. Bei einigen noch niedriger. Viele von uns hatten schulden am Hals oder waren Saalkehrer, untere Lohngruppe. In der Welt der Arbeit ein nichts. Es begann die zeit der Möchtegerndurchblicker, die hofften sich  durch Strebertum einen Namen beim meister zu machen. Den meistern ging es auch nicht viel besser wie ihren untergebenen.  Sie waren Angeseilte , Gehaltsempfänger denen es auch an den Kragen gehen sollte.
Luser verwandelten sich in Hitzköpfe die auf einmal alles besser wußten, die coolen wurden noch gelassener, weil ihnen alles erst recht am Arsch vorbei ging. Die cleveren wurden stiller, gesichtsloser und sogar die Trinker ließen sich weniger mit einer Bierflasche blicken.
Dann hieß es: Kurzarbeit ist angesagt. Sechs tage vorerst für Monat März und sehen mal weiter. Für manche Abteilungen galt das nicht. Die Auftragslage und der Kunde erwarten schnellste Zufriedenstellung, hieß es. Wer war hier nun die hure, wer der freier?
Die Häuslebauer jammerten wegen ihrem 10e, weinten weil ihre Frauen um ihren Halbtagsjob bangten. Was sollte nur werden!
Tage später hing ein Wisch von den am schwarzen Brett der alle Gerüchte bestätigte.
Wer gehen will kann gehen, 100 Mann hoch und ein jeder bekommt noch obendrein 'ne dicke Prämie mit auf den weg. Das war ein Wort. Ich dachte an April. Scheiße noch mal.
Es gab eine Tabelle. Nach Betriebszugehörigkeit, nach Lohngruppe nach Altersgrenze.  Alte Daddys über 57 zählten extra, für die hatten Sie einen besonderen Trick auf Lager. Es traute sich anfangs keiner recht länger vor dem Aushang zu stehen, es konnte ja wer einen
beobachten. Sie rechneten schnell alles im Kopf zusammen und taten dabei so als würden sie die Speisenkarte von der Kantine studieren. Die mutigen stellten sich mit dem Taschenrechner davor, nickten zufrieden oder schüttelten den Kopf. Es fanden sich auch kleine Gruppen von drei vier Mann ein, nur kurz, die halblaut diskutierten. Das ging einige tage so zu und bald hing das schreiben in seinem Kasten wie ein totes Stück Papier.
Sepp, altgedienter Mann, gackelte nicht lange. Er hatte sich alles ausgerechnet, ging hoch ins Personalbüro und unterschrieb seinen ABLÖSEVERTRAG, dann ging er zu seinen meister ließ sich einen Passierschein aushändigen für den Pförtner und wir sahen ihn nie wieder. Er hatte für die Firma 28jahre den Arsch hingehalten.
Es gab auch Heimlichtuer die sich selber verrieten.
"Mal ganz unter uns, du mußt es ja nicht weitersagen. Ich höre auch auf".
Dann ging das Gelaber los bei den Jungen über Schaltpläne ,weiterkommen für die Zukunft ,mal richtig kohle zu verdienen nach der Ausbildung zum Techniker werden, die wissen nicht was sie an einem haben. Und so weiter , laber schmarr. Heimlichtuer.
Ich tat meinen Job, sah mir das Panoptikum um mich herum an. Die Arbeit wurde richtig spannend. Kein Tag wie der andere. In den Abteilungen wurde abschied gefeiert. Ein
Kasten Bier hier ein Kasten dort. Die Stimmung war riesig  Besonders in der Spätschicht nachdem alle Chefs verschwunden waren und alles an der Arbeitsmoral vom
Schichtführer abhing. Sicher, Kontrollen gab es. Jeder mußte auf seine zeit nach teilen kommen. Na und. Heute mehr, morgen weniger und die Maschinen ließen sich auch ein bißchen hochkitzeln.
Zu uns mußte jeder Penner aus welcher Abteilung auch immer , wegen jeder Kleinlichkeit antanzen. Wir besaßen den Überblick von der winzigsten schraube aufwärts für fünf Pfennige bis zu Werkzeugen von zehntausend Mark und mehr. Alle Freibierkästen standen uns offen. Hauptsache die Maschinen liefen und das Bier.
Dann war die gute zeit rum. Nur hier und da ein Urlaubskasten - ach nur durch Zufalls- ein Geburtstagskasten. Kindstaufen und Entbindungen waren eh Mangelware.
Es gingen die guten Leute weg die wußten was sie taten. Der Schrott, die Trödel und Möchtegroß blieben. Wer sollte sie auch nehmen. Hier hatten sie keinen plan und in den andern firmen der Stadt gab es genug von ihrer Sorte.
Im Grunde wollte sich die Firma gesundschrumpfen. Meinetwegen.
Dann wurde der Produktionsleiter geschasst. Ein giftiger Hund. Wenn der sich blicken ließ ging es wie ein Lauffeuer durch die Abteilungen.
"VORSICHT DER KLEE` KOMMT" .Meine fresse!
Er war ein agiles Bürschchen, einsfünfundsechzig, hager, graues Gesicht, die schwarzen haare linksgescheitelt, leicht pomadig - und dunkler Nadelstreifenanzug. Er schien immer zornig und frustriert zu sein, und wehe es paßte ihm was nicht. Der sah einen eine Zeitlang zu aus einen toten Winkel halb versteckt, stand neben einen und.. Der Mann hatte ein Organ! Dagegen konnte keiner an. Oberchef eben.
Ich erlebte ihn nur einmal in unserer Abteilung. Alles war auf den neuesten stand gebracht mit der Lagerverwaltung und so. Computer, Messmaschinen und alle fetz. Eine Japanische Truppe war angesagt die den ganzen Schrott besichtigen sollte.
Da stand er nun der KLEE` und wartete auf die Bande. Ich schraubte an meiner Werkbank ,schielte ihn an. Er stand da, die Fäuste in der Seite, fickrig und unzufrieden wie üblich.
"Das Bild da, der Kalender muß weg". Er deutete auf unseren Kalender mit geiler Frau. Ihre Möse konnte man sogar sehen.
Er sagte es als würde er mit einem Arschloch reden. Also nahm ich den Kalender ab und warf ihn in die Papiertonne. Wortlos. Ich arbeitete demütig weiter, schielte ihn über die Schulter an.. Na ja ein Chef der auch wie ich versuchte das Leben hinter sich zu kriegen. Eigenartige Persönlichkeiten auf die immer hinter der Hand geschissen wird Die Japaner ließen sich immer noch nicht sehen. Er lief hin und her, die Fäuste in der Seite ,blieb hier stehen, sah sich dies und jenes an, hielt vor unserem ewig großen Paternoster an, betrachtete die Computeranzeige nachdenklich - ich schraubte und schielte - warf dann den Kopf in den Nacken und sah mir diesen riesigen Schrank von oben nach unten an.
Kleiner Mann vor großem Schrank. Grotesk.
Vor so einen kann ich keine angst haben, der Mann ist einfach spannend. Er moserte an unsere Unsauberkeit rum. Die Werkzeugwägen waren ihm zu versifft.
"Ich hatte die mir für heute vorgenommen, wenn ich mit dem Auftrag fertig bin" ,log ich und deutete auf mein Werk. Er gab sich zufrieden, nickte verdrossen .Seine Augen suchten weiter. Ich wollte mal in sie hinein sehen, einen Blick erhaschen ,aber da kamen die Japaner. " Verdammte Heiden!"
Ich hatte mir vorgenommen, das kochen bleiben zu lasen. Es gab  ja eine Kantine, eine mit Sternen weil sie einen preis gewonnen hatten.
Die Kantienenesser kamen immer   beglückt zurück.
"Ach war das herrlich".
"Das hat mir richtig gut getan".
Es gab  Rinderbraten mit Spätzle, Salat dazu. Ich war ein Neuling ,eine Jungfrau, ein Luser. Eine weile schaute ich mir das Schauspiel an... Aha die Tabletts waren da. Die Leute saßen DA. Ich stand da. Es dauerte nicht lange und ich hatte den bogen raus. Mein Rinderbraten und ich suchten einen Tisch.
Ich nahm den erstbesten Tisch. Ein Kerl saß da ,ein dicker wuchtiger .
"Maahlzeit" .
"Mahlzeit".
Wir aßen .
Mein gegenüber schlang sich das Zeug rein. Ich nahm mir zeit. Ein Happen da, ein Happen dort. Wir. Nach zehn Minuten war sein Teller leer.
"Mahlzeit", sagte er. "Mahlzeit" ich. Er stand einfach auf  ,sagte noch ein paar Nettigkeiten. Und husch. Dann pfiff es . Die pause bekam ihr ende.
In Ordnung. Eine halbe stunde zeit zum essen. Der Rinderbraten brauchte etwas länger.
Auf dem Rückweg kam mir mein Chef entgegen .Es war ein Typ frisch von der uni, noch jovial drauf,  Popperhaarschnitt , verkorkst von den vielen Nachhilfestunde. Sein Hemd war frisch gebügelt wie immer. Er hatte nicht umsonst eine Frau.
"Und wie?".
Wir gaben uns die Hand.
"Prima, alles prima. Ich komme gut zurecht"
"Fein" , sagte er. Er ließ meine los.
Du kannst nach hause kommen mit einen Kater von der FACTORY, im Briefkasten findest du nur Werbung, dein Mülleimer ist übergelaufen wie immer. Aber mein Chef gab mir die Hand. Ein komm doch wieder.
Ende zweite Schicht. Es ist dreiundzwanziguhrfünfunddreisig .Kein Aas ist auf der Straße. Nur ich. Das Mofa rein in die Garage, zu die Garage ,auf die Haustür und hochgefitzt. Auf die Wohnungstür, Schnell alles ausgezogen .Ich bin nackt. Und weit im Hinterkopf sagt mir eine stimme :
"Warum tust du dir so was an?". Die Betonung lag auf DU.
Manchmal weine ich ein wenig, Doch wirklich. Mit echten tränen und echter Trauer. Manchmal fühle ich mich dabei schlecht weil ich mir nicht sicher bin wegen all den Gefühlen. Ach scheiß drauf .Meine tränen liebe ich nun einmal wenn sie warm an meinen Wangen  herunter fließen , und auch den ganzen rotz in meiner Nase den ich hinaus zerre wie siff .
Gut Chef, alles in Ordnung Chef ,mein Stuhlgang ist prima Chef. Nein in diesem Jahr werde ich nicht krank. Chef.
Was willst du von mir Chef, bist du nicht sauber, Chef, ich hau dir eine aufs Maul, Chef. ICH töte dich Chef .Großmäuliges nach Feierabend .Der Sex sieht nicht änderst aus.
"Du hast mich seit langen nicht gefickt. Bin ich nicht anziehend genug für dich? Brauchst du eine   engere Möse? Gut ich strenge mich an . Nach all den Kindern (es war nur eines). Gezeter und noch mal Gezeter
Du willst nur deinen Chef umbringen. Egal ob er ein guter Kerl ist. Hauptsache er ist  tot. Und so sieht dann auch dein Schwanz aus. Schlaff öde, ein Fremdteil daß nach fünf Bier in die Schiffrinne schauen möchte. Ohne Gezeter, ohne das Geschrei von Frau und Kind. Da zählt nur das besoffene Gejohle der Saufkumpanen.
Verdammt noch mal CHEF!
Naja, scheiß drauf. Ich hatte den Mist lange hinter mir. Aber warum ging dieses selbstbeweine nicht weg?. Wird wohl am Speed liegen. Keine Lust auf Frauen.
ICH MUSS ? WIDER EINE FRAU HABEN!
Ich NAHM mir einen freien Tag wegen meinen Zähnen. FREI-SCHICHTt! Also fuhr ich mit dem Bus in die Stadt. Das beste für die Jahreszeit. Es war naßkalt und windig, die Wolken hingen tief ,den Mantelkragen hochgeschlagen. Im Bus saßen laute bunt bemalte Tussi. Es roch nach billigem Parfüm und Slipeinlagen.-Verkäuferinnen. Einige Rentner saßen auch drin. Alle auf den Sitzplätzen für beschädigte. Sie waren alle gut eingepackt mit Mantel, schal und Hut ,und Stock. Grobes Schuhwerk hatten sie an mit tiefen Profilen als wollten sie dem Tod davonlaufen. Ihre Gesichter grau wie das Wetter. Waren es nun alte Fabrikarbeiter die sich von ihrer alten abseilen wollten um sich einen in der Stadt zu genehmigen, oder waren die geil auf den Veräuferinnengeruch? Falsche Zähne im Mund und den Geruch von 'ner Slipeinlage in der alten Nase.
Der Doc war gut drauf.. Er schaute mir kurz ins Maul, schabte mit 'nem teil drin `rum.
"Machen sie einen neuen Termin fest", sagte er nach einer weile. Händedruck, lächeln. Weg war er im anderen Behandlungszimmer.
Also ging ich an die Theke im Vorraum. Eine langhaarige hübsche Pussi saß dahinter in ihrem weißen Kittel. Sie hatte leichtes Make-up um die Augen herum. Sie waren groß und leuchtend wie bei einem Baby.
"Ich soll einen neuen Termin ausmachen wegen meinen Zähnen", sagte ich.
"Haben wir gleich". Sie blätterte in einem dicken Wälzer herum, studierte einige Eintragungen, dann schnappte sie sich einen Kugelschreiber und tippte damit in einer Zeile herum.
"Ich kann ihnen den zwölften August geben , 9 Uhr dreißig. Da haben wir eine Vertretung wegen der Urlaubszeit".
Ihr lächeln war bezaubernd. Ich nahm den Termin mit Vertretung. Jetzt wußte ich warum in solchen Praxen nur junge Tussi anzutreffen waren. Auf welche Halde werden wohl die alten geschmissen?
Wegen so einem Arschloch bin ich um 9 aufgestanden. Der Tag konnte mich mal.

Ich ging über den Marktplatz. Der Rückert saß da auf seinen Stuhl in Bronze gegossen von Musen umrankt und ließ sich von tauben vollscheißen.--Denkmähler enden so.
Naja , durch die Kesslergasse auf die Markthalle hin. Dort lungerten  immer Leute mit zeit und Durst herum.
Es gab einen Bierausschank im stehen, eine Nordsee mit fischen und so ,einen Türken mit Kebab, einen Zigarrenladen, eine Fleischerei, einen Bäcker mit belegte, einen Sektstand für die reichen Penner, Lotto und toto. In einer ecke Caffeehausstühle und tische vom Italiener, belegt von großkotzigen Arschlöchern die ihre neuen C&A Lederjacken mit ihren Sonderangebotstussis austrugen.
Kurzum es gab da Bier und Kurzarbeiter, Langzeitarbeitslose, Frührentner, Spätrentner, Invaliden auf Krücken und in Rollstühlen die alle noch ein wenig Mumm in den Knochen hatten.  
Ich traf Tomas, einen krankgeschriebenen Arbeitskolegen. Wir kannten uns vom Bierautomaten her, vom schiffen. Sein rechtes Bein war in Gips, aber sonst sah er gut aus. Wir tranken Hefeweisbier.
"Und wie?"
"Naja. Und so?. Was issen los?"
Wir tranken wortlos, beobachteten die Leute wie sie rumtiegerten als würden sie was geschenkt bekommen.
Tomas kratzte sich mal hier und da. Uns war langweilig. Ich sah mir seinen Gipsverband genauer an . Bunte Grafittis, Herzchen und toitoitoi. Nicht schlecht so`ne Krankheit.
"Noch eins?"
"Mh"
Wir tranken, schwiegen , sahen uns um.
Ein Pärchen kam vorbei. In schwarz. Die haare schwarz die Lippen schwarz, die Gesichter weiß die Augen dunkel und leblos. Dann eine Mutti mit Kind im Sportwagen. Sie benutzte den Kinderwagen als Dampframme ,hatte sogar am Schieber eine Klingel. Ring machte sie und die Leute wichen zur Seite. Das Balg im wagen quengelte, die Mutti klingelte und wir tranken. Ein Penner machte sich an uns ran. Um die fünfzig, älter vielleicht, oder jünger. Der Mann war schwer abschätzbar.
"Habt ihr mal `ne Mark für mich?"
Er roch nach pisse, alten Schweiß, nach siff nach scheiße. Ich popelte einen Zehner aus meiner Brusttasche und gab es ihm. Er machte auf unterwürfig und dankbar. Bestimmt werde ich auch einmal so enden.
Verdammte Zahnärzte!
Tomas war ende dreißig, um den Bauch rund, Wamme, dürre arme und Beine - er lief in der maloche immer mit ´nem grauen abgewetzten kurzen Kittel rum und Shorts. Er hatte dicke Krampfadern vom vielen stehen bekommen . Naja. Seine haare staken von Hairgel, fahrig nach hinten gekämmt. Im Nacken lang bis auf die Schulter. Er trug einen Dreitagebart. Seine Augen kannte ich nicht. Sie sahen an  einem vorbei, hindurch, woanders hin. Der Rest von ihm, große Nase aus der haare wucherten. ER war ein Arschloch
Seine Arbeit bestand darin teile zu entkraten. Die Arbeit war langweilig, öde, man brauchte keinen Verstand dazu.. Er tat das bald 12 Jahre lang. Dabei mußte ein Mann verblöden.
Ich trank mein Bier im Trab leer. Ich hatte es eilig.
Tomas hielt mich am Unterarm fest. "Noch zwei Hefe", rief er in Richtung Bedienung.  "Unter zwei Bier kommst du mir nicht weg".
Er sah an mir vorbei über die Schulter, musterte Leute. Er hatte einen ordentlichen griff. Alle Achtung.
Die Bedienung winkte, er ließ mich los und ich holte das Bier ab.
"Sieben Mark". Ich gab sie ihr
Wir stießen an, tranken langsam. Er sah mir über die Schulter, ich ihm. Ich hatte einen guten Blick auf den stand mit den fischen . In der Auslage lagen große Viecher mit offenem Maul auf eis. Ihre Augen waren groß und klar voller leben. Daneben nett angerichtet mit Zitronenscheiben und etwas Grünzeug, zerteilte Körperteile ihresgleichen.
Zierliche Heringe auf einem Teller liebevoll aufgefächert in Gesellschaft mit Rotbarschfilet, rote Hummer Ein kleiner Kerl riß sich von seiner Mutter los. Die Sachen hatten es ihm mächtig angetan. Er preßte seine Nase an die Scheibe. Die Mutter. ließ ihn ein wenig zeit für seine Neugierde, riß ihn los von den toten Sachen. Der kleine schrie heftig, wehrte sich mit allen Kräften. Vergeblich, lag wohl an den Sonderangeboten.
"Sei still Kind wir müssen weiter".
Tomas brachte sein Maul nicht auf. Hinter meinem rücken mußte sich für ihn eine menge abspielen. Das Bier war gleich weg,  ein großer Schluck und tschüs.
"Erhol dich prima mit deinen Fuß".
"Bein", sagte Tomas, "Bein". Er klopfte auf den Gips herum.
"Gut  Bein und tschüs".
Der Typ hatte einen schaden weg. Vielleicht liebte ihn sein Hamster nicht. Mir sah noch keines der Viecher in die Augen. Lag wohl an dem Fabrikjob. Scheißegal warum dem ein Sparren fehlt, kann sein daß mir auch einer fehlt. Ich wußte es eben nicht.
Ich bekam auf anhieb den nächsten Bus Richtung Heimat. Es waren Frauen drin, Muttis mit Kinderwagen, bepackt mit dicken Plastiktüten. Einige Kinder quengelten. Die Einkaufsstrapazen waren ihnen in das Gesicht geschrieben. "Sei still Kind! Immer das selbe mit dir!".
Ein kleines wollte sich nicht bändigen lassen. Angegurtet am Sportwagen riß es an seine fesseln. Zwanzig Jahre weiter und der Bus würde im Straßengraben gelandet sein. Mord und Totschlag, Vergewaltigung. Als dank bekam es einen ordentlichen Klaps auf die Finger. Eine Sekunde schweigen, große Augen, Luft holen.
RABÄHHÄAHÄÄÄHH!!
Ein prächtiges Organ. Leises murren unter den Fahrgästen. Wie konnte man nur.. Und überhaupt!
Die Mutter war sichtlich mit den nerven runter. Ringsum giftige blicke, entrüstetes Getuschel. Die Menschen kamen sich näher.
Die nächste Haltestelle war meine. Mit einem zischen gingen die Türen auf. Das kleine war auf einmal still. Das zischen mußte es ihm wohl mächtig angetan haben. Zisch und aus.
Auf dem Heimweg besorgte ich mir im Supermarkt eine Flasche Wein, ein Flachmann war auch dran. Die Dinger liegen immer an der Kasse aus. Trink mich, trink mich. Nebenan gab es einen Getränkemarkt. Die Tür stand auf.  Es kostete mir eine Flasche Wodka . Smirnov. Die Werbung bekam was sie brauchte. Gut ausgedacht - bestens -.
Es war kein eis da, Saft auch nicht .Der Flachmann mußte zuerst dran glauben. Ich spülte mit Bier nach. In der Fabrik rissen sich jetzt bestimmt alle den Arsch auf, schwitzten buckelten, schleimten drauf los was nur das Zeug hielt. Die Flasche Wodka lächelte mich an. Ich lächelte sie an. Gleich, nur keine bange. Ich schaltete die glotze an. NTV. Eine schlimme Nachricht jagte die nächste im Viertelstundentakt. Die halbe Welt brachte sich auf raffinierte weise um. Jeder ging  jeden an den Kragen. Das Wetter sollte mieser werden,
der Arbeitsmarkt ,die Zukunft unserer Kinder. DEREN UMWELT auch noch. Der Wodka
gluckerte in ein Wasserglas. Es tat richtig gut.
In der glotzte tat einer begeistert. Die Aktien stiegen weil die Zinsen vielen. Ich schaltete das teil aus. Ich brauchte Sinfonien, die 9. von Beethoven oder was von Vertu, Raffel, Bach, von Wagner, Nirwana, ACDC. Etwas von Gott. Choräle von der Auferstehung Christi. Ein Weihnachtslied.
Ich machte das Wasserglas voller und ging damit an die Giebeltür. Da unten war alles was ich brauchte. Ich nahm einen Schluck.
Ein kleiner runder Typ krebste in seinem Reihenhausgarten herum. Blaumann, gelbe Gummistiefel bewaffnet mit einer Obstbaumsäge. Er war sich seiner Sache nicht recht
sicher. Es war ein alter Apfelbaum ,jahrelang nicht geschnitten. Kreuz und in die quere voller ausgewachsener Wassersprossen. Die meisten hatten im letzten Jahr getragen. Kleine Äpfel viele Äpfel, verlorene Äpfel. Der Mann kratzte sich am Hinterkopf ,machte kehrt und verschwand im Haus. Er kam er mit einem Bier zurück, trank einen Schluck aus der Flasche .Das würde ich auch tun an seiner stelle .Seine Frau tauchte hinter ihm auf. Er setzte die Flasche ab. Ich sah nicht mehr weiter zu. Denen ging es nicht besser wie mir
Eine Dachwohnung, vier Stockwerke über den Asphalt ist was feines. Da bekommst du alles mit. Bei offenem Fenster hört sich das Getuschel von Tratschweibern an , als würden sie neben einen stehen. Die wußten das bloß nicht. Hier oben konnte ich sogar bei offenen Fenster einen furz hören. Zwanzig Meter über der Straße. Ein Genuß! Es hing wohl mit den Giebelwänden der Reihenhäuser gegenüber  zusammen. Da schaukelte sich alles hoch und landete bei mir.
Meine Ohren waren die Welt ,meine Augen der Durchblick ,mein Wasserglas voller Wodka. Der freie Tag hat mich nicht verdient. Ein Arbeiter wie ich einer bin braucht seine Lust.
Den Rest vom Tag verdöste ich im Bett und auf dem Lokus. Verblödetet schaltete ich die
glotze an, sah ein Weilchen zu, schaltete wieder ab. Warum hatte ich keine platten von Wagner? Meine cd's gaben nichts her. Billige Schrotteinkäufe aus dem Sonderangebot. Naja, die wenigsten. Ich war mit dem unzufrieden ,lag im Bett und hielt meinen Schwanz fest. Morgen mußt du arbeiten bleibe vernünftig, betrinke dich nicht. Ich stellte die angeschlagene Flasche in den Kühlschrank. Ein Käsebrot war auch nicht schlecht.
Durchgegorener Harzer Käse mit Kümmel .Eine gute priese drauf frisch gemahlenen Pfeffer .Meine erste Mahlzeit, dazu Butter genascht mit dem Messer vom Stück. Jetzt im Himmel landen und Jesus umarmen. Der Tag wollte mich, mein Bett, die Fabrik. Den Zahnarzt viel später. Geschmackspapillen können eine menge Unheil anrichten. Die Dinger locken und girren, schnappen nach den verstand. Ich wußte von Momente die mich wegen einem Gummibärchen zum Mörder machen wollten. Für ein Stück Zartbitterschokolade noch schlimmeres.
Ganz ruhig, bescheiden, leg dich hin, du bist besoffen .Halte deinen Schwanz fest wie einen Rettungsanker, besorge dir ein frisches Papiertaschentuch ,trinke nichts mehr. Versuche nichts. Schlafe.
Das hatte ich in der Selbsterfahrungsgruppe gelernt, letzten Herbst in der VOLKSHOCHSCHULE. Da waren lauter Idioten in der Gruppe, kaputte die sich nicht leiden mochten .
Ich schnappte nach Luft, nach dem Bier, einen kleinen kurzen .
Die sahen da alle so gut angezogen aus ,frisch gebügelt, wie - meine Mutter macht es noch.. Verdammt, die Idioten konnten nicht einmal ihre Unterhosen waschen. Wie muß denen ihr Sex erst aussehen?
Ein leichtes pumpen im Sack, in der Möse. Nimm mich und beide machten die Augen zu. Am nächsten Tag ein Blick, so nebenbei. Himmel ich war besoffen, wo kommst du denn her.  Erbrechen konnte da keiner. Die waren für immer verloren und sagten La, Ja ich will dich. Die Frau sagte, Ich will dich, und im gleichen Atemzug quatschte sie über ihren Ausfluß und von ihren Frauenarzt mit dem sie nicht klar kommt. Die Typen hatten durch die Bank Orgassmusschwierigkeiten. Hoch kam ihnen im Grunde allen einer. Die suchten nach einen kick.
Und der Pfarrer spritzte sie später naß.
Ich betrank mich. Ich hatte da gar nichts verloren. Mag sein daß ich der einzige von der Bande war der das alles gut überstanden hat. Ich denke ich blieb mir treu dabei. Ich hatte mich selbst errettet.
Meine Wohnung war leer, mein Kühlschrank voller Fragezeichen. Es gab nichts . Alter
Aufschnitt im Plastikbeutel. Drei tage alte Wursthappen aus der NORMA. Na und ich.
Mein Bett liebte mich, die federn von dem Teil umschlangen mich .Ich schlief ein ,wollte sterben
Irgendwann in der nach wachte ich auf. Es war Vollmond und ich mußte pissen. Ich erledigte das ganze halbwach. Dann erwischte ich mich mit dem Hörer in der Hand.
"Ist da die POLIZEI?  Ihr müßt mich abholen!"
Es war wohl eine Männerstimme.
"Was isses denn?", fragte eine gelangweilte stimme .Ich legte auf.
War wohl nichts für mich. Mein Bett hatte mich wieder..
"Geh` Arbeiten, gehe hin, aber gehe", sagte mein Bett.
-----------------------------------------------------------
Mein Chef hatte mich wieder.
"Und alles klar? " ,fragte er.
"Alles Chef. Alles", Antwortete ich artig .
Wir mochten uns so richtig. Ein zwinkern ein Aufblitzen von allem. Der Mann war ahnungslos und verheiratet. Eine Woche später nahm er mir einen Mann weg und ich mußte den Job alleine bewältigen.
"Und alles roger", fragte er ein paar tage später. Der Mann war richtig verheiratet. Immer adrett angezogen umschmachtet von Rasierwasser und neuem Achselgeruch. Frisch sportlich ,meine Mami tut alles für mich. Dem wollte ich auch mal beim bumsen zuschauen.
"Ist es so recht?", Liebling. Mach ich es richtig Liebling?". Bei ihren ersten stöhnen zog er sich bestimmt zurück - so richtig  MANN.
"Ich wollte dir nicht wehten LIEBLING". Und alle beide rochen nach Chanell 45 und konnten keine KINDER kriegen.
"Ja", antwortete ich. Ich Liebte diesen Job.
Es konnte nicht lange dauern bis mich der Bertriebsarzt in die Klapse einweisen mußte. Hinten und vorne kamen die Kollegen angearscht mit ihren wünschen. Der eine hatte Schwierigkeiten mit seiner Rauhtiefe , dem anderen war ein Bohrloch in seinem teil zu groß.
"Wer haben eine TOLERANZ von zwei hunderte  . ICH liege ZWEI darüber!"
"Kannst du mir mal schnell aus der Bedrullie helfen"; der nächste.
Lauter abgefuckte Arschlöcher. Einer kam zum dritten mal mit einem zerstörten Werkzeug an. Er hatte es eilig. Er sah mich an wie ein Polizist der einen Verbrecher überführt hat.
"Kannst du mir nicht ein anständiges WERKZEUG geben!?".
Er fuchtelte mir damit vor der Nase herum.  Das teil war verschmort, unrettbar verloren. Er hatte einen schwarzen Vollbart war stämmig gebaut, einssechzig etwa mit Schwabbelbauch. Seine Frau war potthäßlich und alle beide waren verflucht ihren Vierhundertausendmarksbungalow abzubezahlen. Ich kannte sie vom letzten Betriebsfest her .
"Was hältst du von einen JOGAKURS"? fragte ich.
"Warum?", kam seine Antwort. Der Arsch kam mir schon immer verdächtig vor. Spielte Großkotz mit nichts dahinter.
"Da kann`ste dir bei der Prüfung einen selber blasen".
"Was soll das heißen, heh?".
"Deine gottverdammte Maschine steht!"
Der nächste machte sich an mich ran. Warum mußte die THEKE auch so lang sein. Ich machte mich mit einem leeren Werkzeugwägen aus den staub, klapperte alle Maschinen ab,     tat meinen Job.
Ich sah sie von weiten. Den kleinen Dickbauch, meinen ABTEILUNGSLEITER, den meister, einige Gaffer. Sie gestikulierten wild in der Gegend rum ,fachsimpelten sicher auch. Dann sahen sie mich. Ich landete an.
"Was ist da los?, schnarrte mich mein Oberchef an. "Die Maschine steht , der Mann kann nicht arbeiten und sie wollen ihn keinen ERSATZ geben!". Der Mensch konnte richtig laut werden.
"Der MANN hat in einer halben stunde für sechshundert Mark Werkzeuge zerstört. Die Dinger sehen wohl niedlich aus, aber wie will er das noch einholen.. Ich weiß mir nicht zu helfen .
Die ganze Bande wird es früher ober später selber herausgefunden was da verkehrt lief.. Ein Seitenblick vom Oberchefabteilungsleiter, ein kirrer Blick vom meister, ein haßerfüllter vom Dreimalklug mit seinem teurem Weib und seinem teuren Bungalow.
Ich schraubte an meinen Werkzeugen rum, machte alles neu vermaß sie. Ein Aufkleber dort, einer da. Alles mit meiner Unterschrift. Und arschlecken. .Ich hatte mein fett weg und noch dreißig  Jahre bis zur Rente.
- April hatte zwei Sixpak auf den Wohnzimmertisch gelagert, Barbie fummelte an einen Joint. Sie machte das richtig elegant ,mit Filters und schlank, Zigarrettentabak schön überflockt. Es war der guter alter Eierdope .Mies und hinterfotzig. Sie hatte lange schwarze lackierte Fingernägel. Es war mir ein wunder wie sie das hinbekam.
"Und wieder auf dem Dampfer?", wollte April wissen.
Kleine Kreise schwebten vor mir `rum. Blaue rote, gelbe, bunte. Manche besaßen zacken, andere flammen. Kugeln gab es auch. Die wippten vor mir auf und ab, hin her. Dann hielt der ganze Zinnober inne.
"Mach mal`n Bier auf". Ich flackte mich auf den Sessel. Ich würde den Satan küssen wenn ich wüßte was mit mir los ist. Ich stand vor einem Neuanfang. Ich nahm ein paar vorsichtige schlucke. Es tat gut.
"Ich dachte gestern beinahe du gehst uns vor die Hunde". Er schlug mir auf die Schulter. So richtig mit schmackes.
"Barbie hat dir `ne Infusion gemacht. Das Zeug stand bei dir rum. War wohl so'n amerikanischer Scheißdreck. Hey Mann, wir haben dich hingekriegt".
Ich erinnerte mich leicht an SAM. er war GI und brauchte nur ein Zimmer zum bumsen weil es in den Barraks nicht so ging wegen all den anderen  .Es war fünf Jahre her und sein Zeug lag immer noch `rum. Es taugte wohl immer noch zu was. r war bei den Sannis gewesen, er kam aus dem Süden  von Amerika.  
Barbie popelte den Joint zurecht mit ihren Hexenkrallen.
"Ich hab `mal Krankenschwester gelernt, Zwei Jahre lang. Mußte das abbrechen wegen all den toten und so. Hey, ich hab dich fein hingekriegt .Du hättest tot sein können.".
Ich krempelte meinen Ärmel hoch. Er war blau bis an die Schulter.
"Ich war wohl `n bißchen fickrig" , sagte Barbie
"Mann du hättest tot sein können". Sie gab mir den Joint und ich zerrte, trank Bier zerrte, trank Bier. Ich war `mal tot gewesen , wie ?".
"Nur ´ne Alkoholvergiftung. Du wolltest das Zeug ja nicht um verrecken auskotzen".
 ".Was ?.. Ach ja....Was soll`s". Wir tranken Bier ,schwiegen, rauchten. Keine Ahnung was die von mir wollten. Es war angenehm mit den beiden. Barbie stöberte in der Kochniesche rum. Sie fand noch ein wenig Wodka hinter dem Mülleimer eine halbe Flasche. Es klapperte und schepperte. Die Kühlschranktür ging auf und zu.
Oh ,  Mann ich hätte tot sein können.
"Was war mit dir los gewesen gestern,?"  April sah mich sorgenvoll an. "Du, weißt, Du, du hattest Glück weil wir nicht aus den federn gekommen sind. Du warst echt richtig blau und so, weit weg eben. Was war denn los mit dir?"
"Keine Ahnung Mann, nicht einen Schimmer. Es kann sein das ein Mann von seiner Arbeit umgebracht wird. Aber so früh?
"Normaler weise bringen sich die Chefs um. Herzkasper und so. Die guten Lehrer landen in der Klapse".
"Pfarrer sind immer gut aufgehoben", lachte April.
Wir rauchten den Joint weg. Und das war's dann.
Barbie zauberte prima Junkfoot. Nudeln mit Tomatensoße, überbacken mit Käse. Es schmeckte italienisch. Sie war wohl doch keine hexe.
Am ende spülte sie sogar ab. Zum Glück hatte ich die Geschirrhandtücher gewechselt. Frauen.
Barbie fuhr einen Käfer. Einen blauen mit viel Chrom dran. Sie nahmen mich mit in eine Musikkneipe weil sie angst hatten mir würde die Decke auf den Kopf fallen So daneben war der Gedanke auch nicht . Arbeiten bringt. einen Stück für Stück um und die Chefs sind noch unverschämter wie Metzger . Darf`s ein bißchen mehr sein ? Also  fuhren wir .
Der laden wimmelte von all den Fans. Nachgemachte Gesichter die Berlin lange hinter sich gelassen hat. Es gab ein irres Gedränge, aber ich schaffte es wenigstens bis an den Tresen. Hier ein knuff, da einer. Zum ersticken. Ich ergatterte zwei Hefe .Eins für gleich das andere für später. Die Bande drängte mich weg vom Tresen. Mit mühe erreichte ich ein totes Eckchen. Barbie und April waren verschwunden. Die Luft war ein elend. Es roch nach Puder und Quaste, nach Schweiß der sich vor dem Zigarrettenrauch ekelt. Aus dem Scheißhaus wehte eine Fahne frische "WELLE" .Ich fühlte mich Zuhause. Ringsum Kaputte.
Ich  trank, trank weiter. Die Leute um mich sahen angenehm aus. Die Gestalt neben mir sprach mich an. Er war in Leder gekleidet, langes Haar und Bart. Ein Jesustyp eben mit Nickelbrille wie Jon Lennon selig.
"Kann'ste mir mal 'n Bier ausgeben?"
Er bekam sein Bier, einen Uzo extra. Ich mochte sein elend. Ich war Spender .Christ!. Wie gesagt der laden war randvoll. Im Grunde gehörte ich nicht hier hin. Was wollte ich hier?: Der Kerl trank sein Bier im Trab leer, ich gab ihn ein neues aus.
Ich geb' 'ne ecke dafür immer nüchtern Leben zu schleichen , aber es gelang mir nicht. Der Lederjesus ließ seine Lebensgeschichte los. Ich höre hin, gab ihn ein zwei Tips wie es wohl besser klappen könnte. Er nickte. Ich trank. Er trank. Ich hielt ihn frei.. Ich machte mich dünn und konnte sogar in dem ganzen Trubel einen Stuhl an einem Tisch in 'ner Ecke ergattern mit feinem Überblick.
Eine Ursel saß an dem Tisch. Rote Hennahaare, wirr nach oben gesterzt. Schwarze Motorradjacke, Hundehalsband mit Spikes. In ihrer Nase spak ein Diamant und in den Ohrläppchen waren sie auf reihe.  Den Rest sah ich mir nicht so genau an. Vorerst .
Sie hatte einen drink in der Hand .
"Kann ich mir mal eine dreh'n?.
"Klar".
Sie schnappte sich meinen Tabak und ich sah ihr zu. Ihre Fingernägel waren bunt angemalt mit tupfen drauf, kleinen kringel in Silber in Gold .Schwarzer Hintergrund.
Sie leckte das Blättchen an und sah mir dabei in die Augen. Es war phantastisch. Zum hineinfallen, einfach Plumps
"Die haben mich Grad eben hergefahren".
Die Doktoren hatten es wohl doch zu gut mit mir gemeint. Den Rest sollte ich wohl mit mir selber ausmachen.
Ich haute einfach ab, nahm mir ein Taxi und fuhr heim. Der Fahrer schwieg ich schwieg. Er bekam sein Geld. Ich war Zuhause. Ein paar Treppen noch und zur Tür 'rein. Mein Sofa hatte mich wieder. Alles war in bester Ordnung. Ich fühlte mich richtig, unbeschreiblich glücklich, einfach riesig. Zuhause. Ich war angekommen. Im Kühlschrank standen Biere, Wurst war auch da, sogar Butter, Käse. Wo kam nur die Milch her?. Meine Behausung sah aufgeräumt aus. Sie war es.. Meine Ordnung war hinüber. Ich bin ein Kettenraucher der in allen ecken einen Aschenbecher stehen hat. Die Dinger waren auf ihren Plätzen. Ausgeleert.
Die Dinger blinkten sogar wie geleckt. Ich machte mich ab ins Bett hielt meinen Schwanz und die Flasche Bier fest. Es war noch alles da. Ich auch.
Kann sein daß das alles mal nachläßt, kann sein daß es so kommen muß .'ne Lebenskrise, ein Überschnapp oder so was. Mein herz pochte ja noch, das Bier gluckerte auch noch. Im leben läuft 'ne menge schief - alles gelesen und gehört. Warum nicht. He?. Ich beschloß eine weile langzuliegen. Meine sinne mußten sich einkriegen, ich mich selber. Dann rief ich die Zeitansage an.
"Es ist zweiundzwanzig Uhr und zwölf Minuten. "BINGO! Für welchen Tag, für welchen nur! Es war Schlafenszeit.Es war ein Sonntag, die Woche hatte mich wie immer geschlaucht.
Um neun Uhr ging das Telefon. Ich hätte Tod sein können.
"Ja"
"Klaus da und so".
"Ja"
"Na Klaus und so!"
Ich legte auf. Der Alltag wollte mich wieder.
Ich bekam mich in die reihe ,ging einkaufen. Tankstellen sind überall. Ach scheiß, ich kaufte mir eine Flasche Wodka, setzte mich vor die glotze und all die Gesichter von dem teil sahen mich wohlwollend an
Sonntag, FREISCHICHT. Wer war Klaus?
"Bleiben sie dran es geht gleich weiter".
Ich schaltete alle Kanäle durch. Schaltete ab.
Ich zog mich aus und lief in meiner Bude durch die Gegend. Es war ein irres auf und ab. Dann bekam ich es mit.
Ich lief andauernd zwischen Kühlschrank und dem Giebelfenster hin und her. Das war wohl doch zu dumm und ich ließ es sein.
Ein Weilchen legte ich mich auf den Boden und wartete ab was wohl die decke mit mir anstellen wollte. Es tat sich nichts. Lange nichts und später gar nichts. Ich besaß Dachschrägen bis in den First hinauf. Nichts das sich auf einen stürzen konnte.
MANSARDEN! Und eine menge Balken.
Ich wollte leben. Vielleicht hatten wir das schon.
Die Chefs wurden immer hundertprozentiger. Die Obertypen ließen einen los wegen JAPAN und so. Die hatten wohl keine Versicherungen wie wir und keine armen sondern nur HONDA und JUDO und den besseren Durchblick.
Heiden denken wohl immer so. Ich bin kein Konfuzius oder wie das teil heißt. Ich bin der FRED.
Naja, alle wurden so richtig fleißig, aber irgendwie auch nicht Arbeitsgeil. Ein lustloser Fick eben. Rein, halb rausrein.
Kurzum der Oberchef schrieb alle an mit dem Tenor "Der Stundenlohn eines Japaners beinhalte einen 40% BONUS der den wirtschaftlichen Verhältnissen der FIRMA entspricht und folglich mit Genugtuung in beiderseitigen Einvernehmen gekürzt wird.
Wo kämen die JAPANER wohl hin .Und überhaupt!
Die Gewerkschafter erstritten uns 3% kohle mehr und es wurde uns von der ÜBERTARIEFLICHEN ZULAGE abgezogen.
Ich liebe meine CHEFS. Leider kann ich es ihnen nicht zeigen.
Im schnitt geben sie uns 21 Mark die stunde, die Üertariefliche abgerechnet und die Leistungszulage(weil man was drauf hat),bleibt der Mindestsatz von der Fürsorge übrig.
Ich gehe aber trotz dem hin. Keine Ahnung warum.
Ich bin nun auch mal deutscher. Ich spurte nicht ein Weilchen. Ich tat meinen Job. Und mehr nicht.
Die ersten traf es. Die Verlierer. Alt genug, krank genug. Sie bekamen nach zwanzig Jahren maloche den Gegenwert von  'nem Mittelklassewagen. Die Abteilung einen Kasten Freibier.
Ab dann ging ich eine zeit lang nicht weg. Ich wollte nur noch für die FIRMA da sein. Ich wurde japanisch. Atombombe und so.

Wir prosteten uns zu. Es war nichts besonderes. Wir sahen Tennis. Becker wollte umbringt siegen. Ein deutscher. Die Tür ging andauernd. Auf einmal war meine Bude voll. Das Scheißhaus rauschte in einen fort, Joints machten die runde. Ich verstand von alle dem nichts. Von dem Becker, dem Tennis.
Sie waren zehn Mann hoch mit drei Tussi. Ich ging schiffen und wie ich zurück kam war mein Stammplatz weg. Es war ein abgesessener Sessel. Der einzige.
Soll ich oder soll ich nicht? Ich verkroch mich auf mein Bett. Ich hatte Leute eingeladen. Becker siegte. Ein Joint erreichte mich. Eine Meute begann mit Skat, eine andre raubte meinen Kühlschrank aus. Die Gummibärchen neben meinem Kopfende wurden auch entdeckt. Dann spielten wir Mensch ärgere dich nicht.
Später kam ein Typ dazu der umbringt Schach spielen wollte. Dann lag ich wieder auf meinem Bett mit einen dieser Ursel an der Hand. Es war ein großes Bett und all die Weiber wollte ich haben.
Ein paar Oberschlaue machten sich an meinem Computer zu schaffen. Ich hatte die noch nie gesehen. Was wollten die hier? Der eine machte auf mager mit langen  Staubmantel, 'ne Brille brauchte er auch. Sein Kumpan war Fitnesmensch. Breite schultern und so , Sonnenstudiogesicht. Besser ich scheuche die beiden da weg, hau `se auf 's Maul und Treppen runter. Aber da war diese Ursel neben mir. Sie kicherte, war total breit.
Letzte Woche hatte ich mir einen Vorhang um mein Bett angebracht.
Baldachinmäßig reih um. So konnte ich ungestört zum Dachfenster rausglotzen Richtung Sterne. Die Welt hatte ich ringsum ausgeschlossen. Ich zog den Vorhang zu. Die Skatbrüder wurden leiser, der Computer quengelte sacht. Die Tussi kicherte.
Es war eine dralle rothaarige, ich schätze Henna, das Gischt voller Sommersprossen.
"Na denn", sagte ich," Ich bin der FRED". Ich fummelte ein wenig an all ihren Sachen `rum. Ein prima teil nach dem anderen. Ich zog mich aus."Du willst mich doch nicht vergewaltigen?"
"Keine angst ich bin gewaltlos".
Sie hieß Karin und überhaupt nicht abgeneigt. Die Skatbrüder schrien Kontra und er als ich in ihr drin war. Sie war doch eine rothaarige wie ich feststellen konnte. Als sie kam kratzte sie mir den halben rücken auf. Ich hatte wohl eine niete gezogen, arbeitete drauf los, ackerte. Dann war es mir doch zu dumm.
"Ich denke heute klappt es bei mir nicht".
"Mach weiter, mach weiter, ich brauch´ das jetzt". Ich war geil wie nichts, nur nicht Orgasmusfähig. Das Bier, all die Joints und manches noch. Ich tat ihr offensichtlich gut. Immerhin war es besser wie Skat Spielen, Computern, arbeiten. Sie saß auf mir drauf und ritt und genoß all mein elend. Ich sah ihr gespannt zu. Sie machte mich zu ihrem Pferd oder sonst was. Bekiffte Weiber, dachte ich und machte mit. Sie hatte so einen langen weiten Rock an, kein Höschen drunter oder so`n blaues mit Ziernähten `rum, denke ich. Ihr Rock deckte mich zu bis zum Hals.
"Zieh deine Bluse aus Baby, ich muß jetzt deine Titten sehn".
Das tat sie dann auch. Wie eine Schlangentänzerin. Was für ein Körper. Jesus! Und dann kam es mir. Lang andauernd. Gelassen.  Jetzt sterben. Oh Gott noch mal, was für ein gerissener Hund. FRAUEN!
Sie fiel auf mich, ihre haare verhedderten sich mit meinen, wir küßten uns, kuschelten, schmusten. Um uns Halligalli. Wir konnten die Wolken sehn. Sterne waren, glaube ich auch dabei. Die Luft roch nach Kindern , Schwanz und Möse und - Ach..
Unter meinem Kopfkissen bunkerte ich immer Papiertaschentücher. Wir wischten uns ab.
"Wie heißt du eigentlich?" ,fragte sie mich. Sie hatte wasserblaue Augen und die sahen mich an als wollten sie mich ertränken mit all der Zufriedenheit die sie ausstrahlten.
"Fred ,manche sagen Freddy, andere Easy. In der Arbeit aber nur. Ich Blick aber durch".
Dann ging mein Vorhang auf. Es war ein schnitt mitten in 's herz.
"Wills 'te mal zieh 'n?" Ich schnappte mir das teil und blies riesige dunkle Wolken aus meiner Lunge. Hach! Der Mann legte sich zu uns, die Frau kuschelte sich an meine Schulter. Alles war gut, bestens. Ich rauchte und kannte beide nicht.
Die Tussi schlief ein der Typ auch, nur ich nicht. Also machte ich mich auf den Kartenbrüber über die Schulter zu sehen. Ich wankte erst mal Richtung Klo. Meine knie waren weich, was ich sagen wollte ging auch nicht. Meine Birne war weich. Ein Monstrum das nur auf seinen schultern ausruhen wollte. Kann sein daß ich einen hellen Durchblick bekomme beim pinkeln. Das is' immer so' ne zeit wo alles aus dich hinausläuft. Unbeirrt auf 's Geratewohl. Hauptsache weg in die richtige Richtung. Das Scheißhaus hatte eine menge abbekommen von all den illustren Gästen. Links daneben geschifft, rechts daneben,  hinten und vorne daneben geschifft. Ich hatte keine Schuhe an und stand in einer Pisslache. Es stank nach schmutzige schwänze, Tod und siff. Was hab' ich nur verbrochen? Ich bin doch sonst ein anständiger Mensch. Also wischte ich den Boden auf so gut es ging, warf meine Strümpfe in die Waschmaschine und spülte meine Füße in der dusche ab. Ich wollte nur mal kurz schiffen geh'n und nun das alles. An der Klobrille klebten einige Schamhaare. Wie die wohl da hin kamen? Meine waren es nicht.
Naja, was soll es? Ich wollte also auch mit Skat spielen. Verflucht noch mal und all der siff hier! Ich gesellte mich dazu, Lächelte, nahm noch einen drink. Die Welt bekam seine Ordnung wieder. Ich gewann einen null Overt. Wir zahlten blank aus. Ein Punkt eine Mark. Danach hielt ich mich zurück, schmierte auch  meinen Mitspieler schlecht, er wollte mich erschlagen. Ich haßte ihn. Fettige haare Seidenhemd, frisch gepudert. Einer der bei seiner Mutter wohnt. Er spielte um Geld, sein Spieler ansehen. Ein Obermacker verteilte die karten, verteilte koks. Ich legte los. Einige karten hier einige dort, genau nach Vorschrift. Dann kam das geben hören sagen. Es kam an mich. Ich nickte, nickte wieder. Es war mein Spiel. Im Skat lagen As und König zu meinem Glück. Ich war noch nie ein Spieler, werde auch niemals einer werden, aber mein Kämpferherz hab' ich mir am Fernseher von all den Boxkämpfen erworben. Auf die geraden kommt es an,  die Birne weichklopfen bis zum Finalschuß warten.
Ich sagte einen GRAND an wegen dem König und dem Aas.  Mit meinem ersten und letzten Buben in der Hand war das Spiel einigermaßen riskant. Ich war einer jener Spieler die aufs gerade wohl hinspielen wie Kinder mit Bauklötzer. Und wenn der Turm hoch genug war wurde eben umgestoßen. Die Bälger hatten ihren Spaß daran und bauten sich einen neuen. Skatspieler sind anders. Spieler kennen keinen Spaß.
Ich war zum Glück vorne und legte meinen kreuz Buben raus., dann kam meine lange Farbe in Karo von oben herunter. Naja am ende machte sogar meine Pik neun ihren stich. Und ich hatte nicht mal Schneider oder schwarz und Tod und Teufel angesagt. Ich gewann einfach und strich den ganzen Pott ein .Ich freute mich. Der angelackte nicht
"Du hast betrogen, denke ich mal! .Der Mann baute sich auf, zornig als würde er mit seinen verhaßten Vater sprechen. Dann stieß er den Tisch beiseite. All der siff auf meinen Teppichboden - Scheiße noch eins! Mein Boden, meine Arbeit und wenn alle wider nüchtern sind werde ich wie sie daheim aufwachen. Nur die leben nicht bei mir ich sitze mit all dem Dreck in meiner Bude. Am ende noch nach der Arbeit. So richtig kaputt und fertig von alle dem. DAS KONNTE JAHRE DAUERN! Wer bin ich denn? Und wenn ich mich recht erinnere machte er anfangs an meinen Computer 'rum mit dem mageren, begeistert waren sie nicht gerade über das Teil. Zu langsam, aus der Mode,  wichsten aber immer noch in die hohle Hand. Er und sein Muskeltranining. ALLES voller Siff. Mein Tisch!
"Dir geb' ich.!"
Ich erwischte ihn mit einer geraden. Ich traf seine Nase.  Das Teil platzte richtig auf wie  'ne Melone. Kam wohl von all dem Koks. Soll 's mal mit Schnupftabak versuchen und nicht mit mir. Der Teppich war voller Blut, ich war voller Blut. Dann hielten mich zwei drei Mann zurück. Ich brauchte eine weile bis ich in Fassung kam. Naja, die Aufregung und so, kam ja nicht alle tage vor .Es muß doch langen wenn einen der CHEF in den Arsch tritt. Danach machten sich alle auf und davon. Einer sagte, "Nichts für ungut" ,der andere "Den laden wir nich' noch mal ein". Und so schleppten sie ihn raus.
Dann schmiß ich den Typ in meinem Bett raus. Besoffen und leutselig. Karin hatte von dem allen wohl nichts mitgekriegt. Die war einfach fertig. Hatte wohl wenig mit mir zu tun und allem. FRAUEN! MÄNNER!
Ich, kuschelte, fummelte mal hier mal da, ich hielt mich auch nicht aus. Der Wecker klingelte oder auch nicht.
Mein Gott noch mal ich verpennte eben. Der meister grinste, ich grinste.
"Was iss 'n los gewesen mit dir? Heh!", quwatschte mich einer an. Okay, das kann auch der meister gewesen sein. So 'ne kaputte Lyrik.
"Ich hab' ihn einfach nich' 'raus gekriegt. Die Tussi war einfach neu für mich. Und dem Macker lief das Wasser im Maul zusammen. Er liebte mich.
Meine Augen waren rot, ich sah, war wie ein wunder. Ich ging weg, besser ich fuhr weg danach und hatte nichts mitgekriegt. DIE MALOCHE!Ich kam an. Die Treppen wurden länger. meine Zunge. Dann kam der Kühlschrank. ES GAB NOCH BIER!. Die Flasche machte wupp, die Glotze ZIRRRzirr. Ich drehte mir einen und wollte von der Welt nichts wissen
Eigenartig. Wo is' bloß all der Siff hin?
Naja, die Tussi  vom ABEND hatte aufgeräumt. Alles bickobello. Was soll ich sagen. Es war einfach wie neu. Meine Bude erkannte ich nicht wieder. Ich flitzte raus und setzte mich schiffen..
ELENDE FRAUEN , was man sich alles als Mann aneignen läßt. Es pullerte. Ich sah um mich rum. keine Schamhaare, daneben gepißt und so. Nichts.
Ich hatte wohl eine Frau am Hals. Scheiße noch mal. Was wollte die von mir? Meinen Schwanz, mal hin riechen wenn ich einen gelassen hab. Am ende sogar mich, wenn ich von der Arbeit komme. Scheiße noch mal! Da brauch´ ich Bier ,einen drink eben, viel Zigaretten, den Geruch von meinen Schweißfüßen bis ich ihn nicht mehr ertragen kann. Und sonst noch einiges mehr. Also duschte ich mich danach. Seife hier, seife dort und da im besonderen. Und dann ging ich raus ,stand nackt vor meinem Schlafzimmerschrank von dazumal und bekam einen steifen.
Auf die Tür, raus die Hose an den Morgenmantel.
Es ging mit uns nicht lange gut, ein schönes Weilchen eben. Aber danach hatte ich meinen Kühlschrank wieder für mich und sie ihren Liebhaber. Als es aus war mit ihr hab ich mich schwer besoffen, ich schrieb sogar ein Gedicht für sie. "So`ne Sache kann man nicht Lieben". Das war auch kein HIT.
Es kann sein, hinter den Machenschaften eines vorgesetzten zu kommen aber nicht hinter den dingen der Frauen.
Klar mochte ich sie, sie besaß was, 'ne ganze menge sogar. Aber eben nicht das was ich geben konnte. Immer sollte alles sauber sein, aufgeräumt. Das teil da das andere dort.. Raus und weg bevor man sich einen scheißegal ist. Ich liebe meinen Siff. den letzten am Klopapier, volle Aschenbecher, Bremsstreifen in meiner Unterhose aber nicht in ihrer. Okay sie war ich los. Ich hatte sie los, sie hatte mich los. Meine Bude war aufgeräumt. Wir hatten uns nichts zu sagen. Verdammter Arbeiterjobby voller grammatikalischer Fehlern.
Ach, wir liebten uns ein Weilchen, wir mochten uns sogar, aber eben nicht lange genug.
Da war einfach die Tür zwischen mir näher als und sie und Gefühlen ...Naja.
Die Chefs bogen sich auf. Wir waren nur die Arschlöcher. Jeder mußte SICHERHEITSSCHUHE tragen ob er es konnte oder nicht. Näheres bestimmte eine sonstwas.
Dann bekamen wir auf HANDSCHUHE ZU TRAGEN: Der Verletztungsgefahr und allenthalben. Ich war SANITÄTER: Ich hatte so ein Verletztenbuch in dem ich alles 'reinschrieb.
Der Finger ist ab und kann kein Hammer mehr halten, oder so ähnlich. Ich schrieb in das Buch rein: Tiefe Schnittwunde am Ehering.
Der alte Sack mußte dableiben bis Schichtende. Nicht daß ich ein schlechter Mensch bin. Es gab auch fälle die mit dem NOTARZTWAGEN WEGEBRACHT WURDEN: Es war nie ein CHEF DABEI.
Scheiße noch mal was wollen die von mir. Das waren doch nur windige Verletzungen die keiner für ernst nimmt, die aber für ernst genommen werden müssen weil man darüber aufgeklärt worden ist. Von den CHEFS?
Als Kind bekam ich immer meinen Zehner für den Klingelbeutel mit. Meistens haben wir ihn verjuxt am nächsten  Kaugummiautomat. Da gab es auf dem weg einen mit RICHTIGEN Kaugummigeschmack. Und wen der Pfarrer in der Empore alles los gelassen hat knetschten wir das letzte aus dem teil heraus. Und dann kamen die Gottesdiesthelfer um uns das alles klar zu machen was der HERR PFARRER UNS KINDER rüber bringen wollte. Ich erinnere mich nur noch an die Denkaufgaben. Jesus und so, und habt ihr auch richtig hingehört. Chefshit!
Auf einmal erhöhte sich das "Klingelbeutelgeld", und ein Strom von Kinder ergoß sich in die "FRÜHVORSTELLUNG" Irgendwie mußten sich die alle abgesprochen haben. Also gingen wie nicht hin sondern ins KINO.
Kann sein daß wir uns andauernd verarschen. Ich hab noch nicht ein teil von dem was die narren herstellen in meiner Bude gebraucht. Es waren immer nur Schecks und noch mal Schecks. Sei's 'drum.
Die Glocken von den Katholen läuten sich ein ab, kurz danach bimmeln die Evangelen. Es fehlte in dem Kaff ein Minarett von den Juden blieb nur ein Name übrig. Judenhof, Judengasse. Und keiner wollte es gewesen seinIch setzte mich an die Schreibmaschine und schrieb ein Gedicht über den Winter in uns. Es wurde ein langes Gedicht über den Winter und all die Kälte. Es wurde mir zu dumm und ich kam auf den Gedanken ein Gedicht über den Frühling zu schreiben. Sex und so. HORMONE. Die Sachen wurden alle beide nichts. Also machte ich mir Spiegeleier. Es gab Rotwein dazu und Brot. Alles aus der NORMA. Ich mußte einfach zu Geld kommen.
Ich mußte mich weiter mit den Blues 'rumplagen. Die Stechuhr rief.
Komisch. die Arbeit fühlte sich nach alle dem nicht besser an. Ich stand vor dem Kaffeeautomat und machte mir meine Gedanken. - Im Grunde sind wir alle in Ketten gelegt, wissen es nur nicht und aus dem Grund machen wir so weiter.
Ich hab 'mich selber erwischt! Naja.
Ich schnappte meinen drink und arbeitete weiter. Nur meine Fehler versuchte ich wie immer klein zu halten. Klar kam mal was bei mir vor. Was soll's. Flugzeuge stürzen auch ab. Ich nicht. Ich machte mich klein und unterwürfig. Ich ließ keinen an mich ran. Und wenn was schief lief und die oberschlauen wollten dahinter kommen sagte ich immer: "Kann sein, daß ich Mist gebaut habe, aber ich bin so unsicher wie ihr. Okay! Wir sind da um die dinge ins Lot zu bringen damit sich das nicht noch einmal wiederholt "Ich ließ einfach nichts auf meine Kumpel kommen. Wir waren doch ein TEAM! Ein beschissenes. Die hatten nur ihren BENZ im Kopf, eine geschminkte TUSSI mit SLIPEINLAGE. Und ich brauchte nur meine ruhe. Keine Ahnung wo die herkommen soll.
Ich saß gerade auf dem Scheißhaus. Es klingelte. Ich hatte mir vorgenommen den Tag in Bett zu verbringen, den Schwanz festhalten, das Glas in der Hand mit SCOTSH und eiswürfelgebimber. Gottgleich. Die Welt konnte mich am Arsch lecken .Ich ließ mir zeit, wischte mir aus trotz den Arsch langsamer aus. Das teil wehrte sich. Mal drei Blatt, mal zehn und arschlecken. Runter spülen, Hände waschen. Es war die Tussi von der Fete an der Sprechanlage.
"JA".
"Ich bin's, die Karin. Was machst du so?"
"Naja, ich wollte mich besaufen und im Bett 'rum liegen und mir einen runter holen".
"Ich wollte eigentlich 'mal vorbeikommen, ohne all die Typen und so".
Ich hatte meinen letzten Wein getrunken, es gab nur noch Orangensaft und die Nachrichten von NTV. Einer killte den anderen und zwischendurch brachten sie den Wetterbericht . Es ging um einen Kampf zwischen den Moslems den Christen und den Ungläubigen. Ein Gemetzel ohne gleichen ich verfolgte das einige zeit. Dann wollte ich mich aufhängen. Naja, auf meinen Abschiedsbrief hätten sowieso alle geschissen. Ich ließ es bleiben und schaltete den Zinober ab. Dreißig Fernsehsender können einen ganz schön an die Nieren gehen .Einer verjagt den anderen und du kannst nur vom Fernsehsessel aus zuschauen und nichts machen. Nur weinen,  sollte wohl ein Gedicht darüber schreiben, ein lautes, voller anklage, wie Jesus am Kreuz, denn er mußte sterben mit all dem grauen das einem Folteropfer widerfährt und auferstehen, sich zeigen als Zeugnis daß niemand und nichts verloren gegangen ist. Nichtmal so'n teil was auf der roten liste steht.
Und in dem zustand ging die Klingel noch einmal.
"Ja". Ich machte die Gangtür Auf. Sie stand vor mir.
"Ich bin's, die "Karin, es war unten auf". Sie hatte einen gestrickten Beutel über der Schulter hängen. Er klingelte nach Flaschen. Ich wischte meine tränen weg und warf die Tür hinter Ihr zu. anschließend bugsierte ich sie in mein Zimmer auf das Sofa. Ich  flackte mich dazu. Ich mußte meine Brille putzen, meine Augen abwischen, abschalten. Ich mußte verlogen sein. VERDAMMTE NACHRICHTEN; GEFÜHLE;SEX UND FRAUEN.
Himmel, ich mochte sie.
Dann packte sie die Flaschen aus. Billiges Zeug aus der NORMA, Und ALDI. Rotwein, auch ein Liter in Pappe. Naja.
Wir küßten uns ein Weilchen ,ich fummelte an ihrer Brust 'rum. Das war es auch. Ich stellte ihr Zeug im Trab in den Kühlschrank und ließ sie links liegen. Ich war auf was andrem scharf.
EINEM GEDICHT !
Der PC flüsterte vor sich hin, ich fluchte leise vor mich hin. Die Fenster waren Offen und eindringlich läuteten die KATHOLEN .BIM, BAM, DIBIMDEBAM. Langsam ließ der Klöppel nach. DEBAM DEB Am, debamm, bammm.
Ich wollte ein Gedicht schreiben. Warum wehre ich mich? Es ging wirklich gut an 'ne Kostprobe. ich konnte es eh nicht weiterdenken. Folgendes:

sei leise leben
Störe mich nicht
deine Hand mit
all den Fingern
zerstreichelt mich
Dann ging ich zum Kühlschrank und machte mir den Wein in Pappe aus der Norma auf. Danach gab es einen richtigen Dialog mit dem Teil. Am Ende war der Wein weg aber ich keinen Schritt weiter.
Wie konnte ich auch. Karin hatte es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Sie strickte an einen Teil herum. Sollte wohl einen Pullover abgeben. Ich bekam es aus dem Augenwinkel mit, so über die Schulter leicht rechts. Wie in der Schule.
Beim abgucken erwischt. Ich parkte den PC. Und aus.
Keine Ahnung was sie von mir wollte. Eine Umarmung vielleicht, ein Streicheln, Annahme. Nach Sex war mir nicht zu mute. Immer hin und her und geschwitze. Meine Gedanken hingen was anderem nach. Krieg und Metzelei.
Wir vögelten später dann doch ein Weilchen, sehnten uns Weg. Und hin und wider blitzte so was wie liebe auf. Geh nicht weg.
Wir berührten uns so zärtlich, verschmuste geile Katzen.
Dann mußte ich doch mein Gedicht schreiben. Die Nacht war 'rum.
AUF SCHICHT: Die erste. Der Radiowecker fing an. Eine alte Schnulze aus den goldenen Sechzigern. Gleich aus das Ding und unter die Dusche. Ich gurgelte meinen Rachen frei von all dem geschnarche. Hut, Regenschirm, und Brille. In aller Eile eine Zigarette und Tschüs. Ich war aufgezogen wie immer. Eine losgelassene Kugel die treffen wollte.
"Servus, grüß dich, Hallo".
Und dann war ich da. Am Pförtner vorbei. Ich war wieder drin!
Die Magnetkarte durch die Stechuhr gezogen, ein joviales piep von dem teil, und ich war angekommen.
Am Aushang gab es neues. Zahlen wurden immer verschwiegen. Klartext:
Sie hatten eine Rechnung aufgemacht von einem der sechzigtausend in Jahr verdient und seine Frau die Hälfte dazu. Im Grunde würde der Mann nicht 'draufzahlen wenn er den Job sein lassen würde, mit all der Ablösesumme und so, mit samt der Unterstützung vom Arbeitsamt. Ein Luser konnte er demnach nicht werden. Da fehlten nach der Rechnung ein paar Mark, aber die würden sich wegen den gesparten Striktesten in die Arbeit ja aufrechnen. EIN GESCHÄFT also. Verpiss dich und es zahlt sich aus. Arbeite nie mehr etwas und du fühlst dich wohl.
Das Beispiel hing da. Es gab nicht viel von der Sorte. Jeder Fuker wurde darauf angesprochen seinen Job gehen zu lassen um der FIRMA einen Dienst und mehr Gewinn zu erweisen. Es traf die Junkster, die sich gerade eingelebt hatten die Bauherren mit ihren Frauen und kleinen Kindern, die gerade eine feste Anstellung ergattert hatten. Die Oma wohnte ja nur um die ecke und sie war für alles gut. Den Hypotheken, ein Notgroschen für alles.
Leckt mich doch alle mal. Wenn die auf mich zukommen und mir ein Angebot machen Schlag ich es sicher nicht aus.
Ich machte meinen Job, und doch ging mir die Muffe. Es gab auf einmal so viele die sich sicher fühlten. Sie trugen die Nase hoch wie Halbgötter. Tag drauf waren sie verschwunden. Es gab einen Kasten Urlaubsbier und weiter nichts von ihnen. Unsere Abteilung bekam immer von dem Freibier ab. Wir wurden Trinker.
Es ergaben sich eigenartige Dialoge. Manche mit Gesten unterlegt, wie etwa; ein zuzwinkern, ein`  Kussmund irre zugeworfen. Manche pfiffen oder wieder andere ließen einen Schrei unter der Arbeit los. Einige sangen lauthals zur  Schnulzenmusik aus dem Radio und machten Fickbewegungen aus der Hüfte heraus. Die ordinären Witze kamen gut an und untereinander war sich keiner gut genug. Schon gut gefickt? Die Gewerkschaft hatte sich abgeduckt. Sie war nur noch Konkursverwalter.
Und ich war mitten drin und mußte mir all das gefallen lassen. Es gab einen Asozialplan und ich hatte nur noch den Feierabend im Sinn. KARIN.Es gibt wenige Frauen die es mit mir aushalten. Sie saß immer noch da strickte und ich war verstrickt. Keine Ahnung was der Oberchef von mir wollte. Kurz nach Feierabend. Und da saß sie nun da in meiner Wohnung, mitten drin in meinem leben und ich hing an mei`m Kühlschrank und genehmigte mir einen Schluck Wodka, wie immer. Das war doch Protest. Und ein Bier. Dann die Nachrichten von NTV. Wie kann ich sie los werden?
"Okay, du hast gewonnen" .Bei DALLAS schloß ich meine Augen und hörte sonstwas zu.
FRAUEN! Strickende FRAUEN. Ich schlief in ihren Schoß ein, sie streichelte mir über das Haar. Ich war aufgehoben. Es war alles prima.