Das Urheberrecht




In Deutschland gibt es das sogenannte UrhG - das Urheberrechtsgesetz.
Schutzgegenstände im Sinne des Urheberrechts sind individuelle Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst, welche beispielhaft in § 2 UrhG aufgezählt werden:

- Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme
- Werke der Musik
- pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst
- etc.

Das Urheberrecht entsteht durch eine persönliche geistige Schöpfung des Urhebers. Diese ist gekennzeichnet durch eine einzigartige individuelle geistige Leistung. Der Rechtsschutz nach diesem Gesetz ist unabhängig von einer Veröffentlichung des Werkes! Das noch unveröffentlichte Werk ist ebenso Gegenstand des Urheberrechts wie das bereits veröffentlichte Werk.

Aber was zählt zu den Schriftwerken??

Dazu zählen Abhandlungen und wissenschaftliche Werke, Aufsätze, Schulbücher, Romane, Dramen, Hörspiele, Gedichte, Novellen, Erzählungen, Textbücher, u. ä. Sprachwerke.

Der Erwerb des Urheberrechts geschieht in der Person des Urhebers durch die Schöpfung des Werkes. (§ 7 UrhG) Die Entstehung des Urheberrechts ist damit unabhängig von formalen Voraussetzungen, die Schöpfung allein reicht aus!

Aber wie sieht es mit dem Urheberrechtsvermerk aus? Da gibt es doch das sogenannte (c) = Copyright-Zeichen..?

Dieses Zeichen ist nicht immer ein Ausdruck für den tatsächlichen Urheber sondern in aller Regel wird es sich um Inhaber urheberrechtlicher Verwertungsrechte handeln. Im internationalen Rechtsverkehr hat sich der Copyright-Vermerk durchgesetzt, weil nach amerikanischem Urheberrecht die Geltentmachung von Ansprüchen - Schadensersatz oder Unterlassung - nur möglich ist, wenn das Werk mit einem Urheberrechtsvermerk versehen war. Es gilt also nur zur Verdeutlichung des Vorhandenseins fremder Rechte. Abgesehen von dieser Mitteilungsfunktion hat der Copyright-Vermerk nach deutschem Recht keine Bedeutung.

Was für Rechte stehen mir aufgrund des Urheberrechts zu?

Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und der Nutzung des Werkes, vgl. § 11 UrhG. Es wird zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrrecht, den Verwertungsrechten und den Nutzungsrechten urheberrechtlich geschützter Werke unterschieden. Während Persönlichkeits- und Verwertungsrechte mit dem Urheber untrennbar verbunden sind, können Nutzungsrechte durch Lizenzvertrag auf andere Personen übertragen werden. Zum Urheberpersönlichkeitsrecht gehören folgende Befugnisse:

- Veröffentlichungsrecht
- Recht auf Anerkennung der Urheberschaft
- Verbietungsrecht wegen Entstellung des Werkes

Das Urheberpersönlichkeitsrecht besteht für die gesamte Schutzdauer von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers, vgl. § 64 UrhG. Es geht mit dem Tod des Urhebers auf dessen Erben über, vgl. § 28 UrhG, welche das Urheberpersönlichkeitsrecht als Rechtsnachfolger des Urhebers ausüben.

Folgende Verwertungsrechte stehen dem Urheber eines Werkes zu:

- Vervielfältigungsrecht
- Verbreitungsrecht
- Ausstellungsrecht
- Recht der öffentlichen Wiedergabe

Wichtig ist auch folgender Paragraph:

§ 23 UrhG: Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. Handelt es sich um eine Verfilmung des Werkes, um die Ausführung von Plänen und Entwürfen eines Werkes der bildenden Künste, um den Nachbau eines Werkes der Baukunst oder um die Bearbeitung oder Umgestaltung eines Datenbankwerkes, so bedarf bereits das Herstellen der Bearbeitung oder Umgestaltung der Einwilligung des Urhebers.

Veröffentlichen bedeutet, einer breiten Masse und nicht nur speziellen Personen oder einem ausgesuchten Kreis von Personen das Werk zugänglich zu machen.


ABER: Das Urheberrecht unterliegt auch Beschränkungen!

Das Urheberrechtsgesetz enthält eine Vielzahl von Regelungen, wonach Vervielfältigungen von urheberrechtlich geschützten Werken durch bestimmte Nutzer oder für berechtigte Zwecke zulässig sind. Zu den nach dem Urheberrechtsgesetz privilegierten Nutzungsarten gehören u. a. die folgenden:

- Vervielfältigung für Gerichte und Behörden gem. § 45 UhrG
- Vervielfältigung für den Kirchen,- Schul- oder Unterrichtsgebrauch gem. § 46 UrhG
- Vervielfältigung für Schulfunksendungen gem. § 47 UrhG
- Vervielfältigung und Verbreitung von Reden gem. § 48 UrhG
- Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Zitaten gem. § 51 UrhG
- Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch gem. § 53 UrhG

Eine besondere Bedeutung hat die Regelung, wonach einzelne Vervielfältigungsstücke eines Werkes um privaten Gebrauch hergestellt werden können, vgl. § 53 UrhG. Die Herstellung für den privaten und sonstigen eigenen Gebrauch ist zulässig, sofern es sich um einzelne Vervielfältigungsstücke eines Werkes handelt und folgende Vorraussetzungen gegeben sind:

- Vervielfältigung zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch
- zur Aufnahme in ein eigenes Archiv
- zur eigenen Unterrichtung in Tagesfragen
- zum sonstigen eigenen Gebrauch, wenn es sich um kleine Teile eines erschienenen Werkes oder um ein seit mindestens 2 Jahren vergriffenes Werk handelt.


Für weitere Informationen oder etwaige Unklarheiten ist das UrhG heranzuziehen.


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