Copyright © Juli 2002 by Friedhelm Schulz

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Aus tiefen Wunden

von Friedhelm Schulz

 Jede ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen personen sind reinzufällig. Die handlungen sind frei erfunden

 

Wie gebannt beobachtete er den schatten des fensterkreuzes, den die sonne auf den nackten boden warf, verfolgte ihn aus sicherer entfernung aus einer ecke des kahlen raumes, wie er langsam und   stetig MIT DER ZEIT über den boden wanderte, ohne eine regung zu zeigen. Alles war still in ihm.   Die blicke, die gedanken, leben, das ihn atmen ließ. Furcht herrschte nicht, keine kälte, wärme, liebe.   Geborgenheit umgab ihn wie die leere der weißen wände, die ihm obdach boten wie sein ausatmen auf
dem neues, angefüllt mit leben voll von erbarmen neuerliches frisches einatmen folgte .
Stetig wanderte der fleck aus licht und schatten mit dem stand der sonne, erklomm ein stück wand tastete sich in seine richtung vor, berührte ihn wie vorsichtig an seinen nackten auf den boden   ausgestreckten füßen. Nichts solllte zerbrochen werden. Diesen augenblick der begegnung wollte er   auskosten, an ihm zehren wie von dem letzten sorgenvollen streicheln, das ein im sterben liegender   vater seinen kindern mit auf den weg gibt. Und gleißend legte sich der strahl von licht auf sein gesicht,   zeichnete auf seine brust sein kreuz aus schatten - er fühlte sich leben. "Ich bin", bewegten sich seine lippen. Weich hallte das echo von den weißen wänden wider. Es tat gut sein echo von den weißen   wänden widerhallen hören. Niemals war dieser augenblick der begegnung ehrlicher, niemals so warm   und freundlich wie die vorangegangenen. Stolz reckte er seine brust dem licht entgegen, starrte mit
erhaben erhobenen haupte in den glitzernden lichtstrom, streckte seine arme nach ihm aus als wollte er   ihn umarmen an sein herz drücken wie eine mutter das geliebte kind. "Ich bin !". schrie es aus ihm   heraus". Ich bin das weiß der wände, der inhalt aller leeren räume, die klarheit aller wasser. Ich bin !"   schrie er wie ein tier. "Ja ich bin!" ,stürzte an das kleine knapp unter der decke befindliche  fenster ,
das keinen leib enttrinnen ließ, griff mit beiden händen das eiserne fensterkreuz und hangelte sich   hoch, um es allen hinauszuschreien. " Ich bin !" schrie er laut, "Ihr aber seid nur ihr lebt nicht !" fügte   er mit schwächer werdender stimme an, verstummte schließlich.
Ein pfuhl dem nächsten gleich tat sich vor seinen augen auf. Starre hände von der angst gelähmt, glückseligkeit niemals zu erlangen, verteilten ihre armut streicheln. Fäuste schlugen tränen aus augen, die immer geweint. Alle spröden lippen liebkosten sich, warfen ihm küsse zu, formten worte wie liebe und lächelnden ihn zu, daß nichts besser lügt als der eigene mund. Kopf und gehirn zählen nicht, lachten sie fröhlich bei seinem entsetzen blick, spien vor ihm aus, tauchten in ihre art von reinheit   unter, aus der alles leben aus der taufe gehoben wurde. Im schnellen galopp preschten reiter heran,   zügelten ihre pferde vor seinem fenster, schwenkten ergeben ihre hüte. " Die zeit rinnt wie der tod, wo ist das leben?", fragten sie höflich.Nichts bleibt bestehen für eine pause besinnlichkeit .Es lebt kein gestern morgen . Die gegenwart atmet aus und doch ist sie. Nur wie ? Schaurige blicke, verwundern, ein grün der bäume, blätter und der gräber. Alles ist humus für kommende tage. Siehe, die sonne mordet sich, erschlägt den horizont. Und du? "Wehe dir und deinem hoffen".
Hart trafen die Sporen die leisten ihrer Pferde. Gequält schrie die natur auf, enteilte voller schmerzen.
Mit bangen sah er ihnen nach, glitt an der wand herab und verdrückte sich mit SCHWEREN
GEDANKEN in die nächste Ecke.
Wie ein fremd gewordener freund die nacktheit des Raumes, kühl das unschuldige weiß der wände wie das erste amen nach anbeginn der welten. augen schließen sich nicht in der einsamkeit des   geistes, sie tragen das wort der sinne in die unendlichkeit des raumes - in einen wie den seinen.
Welche freunde werden heute kommen, welche zunge nach seinen mund suchen und ihn öffnen, dinge mitteilen, die niemals von worten umrissen werden ?
Träge floss der bach leben an seinem kleinen fenster vorüber, plätscherte, murmelte, berichtete von dingen, die grausam schauen, nötig geworden weil sie hände schufen , in denen blut floss und fließt an den fingerspitzteen herab auf das geschaffene triefte wie segnende wasser von den blättern der bäume, jedes grashalms in der weite des geistes. Diese hände voll von blut schufen sein dunkel, wollte sein, formten ihn zu ihrem bilde , kneteten aus seinem gehhirn bizarre muster in der art eines  frühlinksschauers, der auf trockenen sand fällt. Kleine zierliche bäche, tiefe löcher, ausgeschwemmte mulden, die rund und glatt jedem fuß ihr bett anboten. Es fühlte sich gut an, in dieser kammer zu sitzen mit den reinweißen wänden und dem weißen boden, das fenster unterhielt ihn ,ließ ihn bei laune sein wie er es sich wünschte, spendete frische luft ohne auch nur einmal zu klagen. Diese genügsamkeit des fensters stimmte ihn heiter, er bewunderte es, wollte so sein wie es selbst. Das fenster gab und klagte nie, zeigte nie Launen, deutete nur auf sie herab. Es musste ein König sein, die Krönung aller dinge, der höhepunkt der Schöpfung .Feierlich bot es blicke frei nach allen dingen der Welt, nahm nie einen dank an, nie ein freundliches wort oder ehrergebene geste. Genommen wollte es werden, aus tiefsten herzen genommen von einem, der verstand mit ihm umzugehen, es benutzen konnte wie kein anderer vor ihm.
In raschen lautlosen schritten näherten sich die dunkelheit, nahm den gesamten raum ein, bereitete ihm ein bett wie alle tage. In einem winkel des fensterkreuzes setze sich ein stern hernieder, sandte feine adern von licht durch dass das dunkel, huschte an die ihm gegenüberligende wand, wuchs an, blendete ihn bedeckte ihn mit flüchen, die ihn versteinerten.
Und zorn wuchs, gewalt, mit ihr mordlust wilder tiere, berauscht vom blut unschuldiger opfer, die mit heraushängendem Eingeweide in den tiefen des Hasses liegen. Ein wilder Kampf entbrannte zwischen ihnen. Stumm und verbissen hieb er um sich. Kein laut des Schmerzes sollte seiner kehle entfahren. Heldenhaft muss jedes ringen sein, mutig und unerschrocken den feind die Stirn geboten werden, wenn der kranz des sieges am eigenen hals hängen soll.
Hängen sollte dieser kranz, weit oben im gehirn verflochten, baumeln zum trotz und der niedertracht willen. Niemand stirbt um seines lebens willen, er ist geboren um zu kämpfen und sterben, zu hassen und lieben - und lieben. Lieben? - Blut und tränen netzten alle böden. Jeder schritt der füße berührte eine schorfige wunde, eine frische lache von blut der vergangenen tage. Das ist gehen, sehen, einatmen und wahrnemen der eigenen tritte und hiebe. Liebe? nicht liebe; zährtliches hassen, aufeinander
einschlagen, blut des nächsten riechen, spüren, schmecken. Der mensch ist sich sebst ein untertan.
Immerdar!
Pfeilschnell umspann des kämpfers harte züge der lichte eindrang, legte ihm ein lächeln um den mund, verband die wilden hiebe mit schmusigen worten einer lieblichen einfalt, brach willkür, jähem zorn die macht, labte sich an tränen des besiegten. Und wusch sich rein.- Glück fließt verteilt und nimmt die weichheit aller herzen. Welche wonne kann schöner sein alls diese. "Du bist", sprach das licht, "und ich werde kommen wenn ich dir nah sein soll".
Blut lief von der weißen wand herab, bedeckte mit purpuren schlieren den boden, malte schmierige bögen dem fenster entgegen, erbrach sich auf alle ausblicke von ebbe und flut der lebendigen leiber,
die sich nicht hören, finden, niemals spüren werden.
Entspannt schlief ER, die wahrheit,umwoben mit vielen träumen aus glück. Wie scham floß schweiß und blut an seinem leib herab, formte eine lache um seinem haupt, erstarrte allmählich, hielt im entsetzen inne.
Das erwachen nannte, sich :wer bist du welt, aus deinem mund kann ich nichts neues nehmen. Du bist, vergehst und bist und stirbst und bist nie unterzukriegen. Zeige dich fenster, zeige dich sonne und kreuz im licht,im dunkel, ich will dich annehmen. Die wand ist rot von blut, mein kopf trauer, tränen die sich meiner schämen. Zeig mir dein angesicht, deute meine wahl,die sagt und zeigt mir, daß ich bin. Ich lebe.
Ein teil welt offenbahrte sich: Siehe hier ist wahrheit und dort ist lüge aus tiefsten herzen - Neid! - Habsucht der fehlenden dinge wegen, der armut im geiste wegen. Was ist armut?! Sie lieben den haß, bennen ihn freude am leben, sie trinken aus armut iihr reiches bestehen, sie schlagen sich tot aus notdurft - notdurft! - sie reißen dem gehirn die sinne aus, wischen sie ab wie tränen der freude.Alles lebt, erlebt sich und ist. Keine zähne knirschen vor zorn, die wut ist allen längst genommen. Wogegen willst du kämpfen? Du bist. Wen treffen deine tadel? Du bist! Du bist - ja du bist mir untertan. Wer kleidet dich, wer bettet dich, wer legt deinen gütigen geifer trocken? Ich! Dein weißer raum bewahrt dich. Wer ist dein fenster? Ich! Keine harte faust wird dich je brechen. Aber ich kann es. Ein feines spiel bist du mir, ein spiel aus kindertagen und doch will ich wie du sein, will frei von all dem haß sein, den du niemals erlebst. - Hier ist mein kreuz. Die sonne stieg, legte den schatten des fensterkreuzes auf den boden des raumes und wanderte mit der zeit.Du und ich sprach es und wanderte der wand entgegen,schau mein licht, von dem ich komme. Ich komme durch das singen der vögel am firmament, die sich um ihre nahrungsstääte streiten, überwand das dunkel über die,welche sich den raum des lebens mit niederem getier teilen. Alles was sah und fühlte nahm mit gdanken auf. Und du? Du sitzt und  staunst und bist und fragst und wunderst dich.
Wehe denen, die im dunklen sitzen.
Warm ist das gewand der isolation. Die vögel singen für alle. Warm ist ein kinderlachen,glückselig desbaches murmeln,kein stein versinkt in seen  tiefe. Er ist und  bleibt für sich. Welchen strom soll ich befahren,welche hast mir aufbürden, wenn weiß die wäände mich umranken,geschmückt mit blut von meinem haupte. Ich sehe und erfahre mich, befinde ein befrieden, das glücklicher nicht sein kann. Un soll es mich auch nehmen in einen bann; ich werd mein heil austragen und sterben wie befohlen. Ich bin und sterbe alle zeit die mir befohlen ist.Keine kuh kann sich am euter laben,kein mensch dem andren leben geben. Es ist nur überdruß! Ich wende mich dem guten hin und weiß nicht, wie es sich benennt. Liebe!?? Niemals liebe;sie ist voller angst,dem leben fremd,sie kann nie wahrheit finden..
Stumm ziehen die bilder bunter farben an den augen des geistes ihre bahnen, schmecken die unvollkommheit und singen fromme lieder, verheißungen des glückes, der befreiung armer selen erahnen ihre strophen. Gesänge, die immer einen boden finden, der fest verwurzelt in allen sinnen lebt.
Lob dir du weißes fenster, das du geduldig bist, denn deine demut muß gebrochen werden. Alles, das morgen sein wird, ist im dunkel, alles was gewesen, versinkt im dunkel. Nur das weiß der wände um mich herum versiegt nie es ist und bleibt bestand aller dinge. - Banges hoffen.
Der tag beginnt. Ein neuer tag wie viele vor ihm, mit neuen gesichtern, neuem hoffen auf eingebung,die tiefer aus den gedanken entspringen muß wie alles vor ihm das dagewesen.
Ja, die menschen morden sich,morden seinesgleichen, morden, schälen ab - dinge,die gegen die vernunft verstoßen. All das gras um ihre häuser grünt im gleichen elenden rhytmus wie das gras im nachbargarten. Frei von unkräutern, frei von ungeziefer, nicht bewahrt vor schädlichen einflüssen der umwelt, denn die umwelt sind sie, die kleinen grünen flächen, die ebenso sauber gleichförmig darniederliegen wie die gehirne ihrer besitzer. Nicht uniformiert - nein, ein grün, ein gehirn,eine meinung will bewusster, besser sein wie die des nächsten. Jeder ist sein absolut in der gemeinschaft, alles ist gemein in ihnen, hinterhältig um seines rasens willen.
Ich bin das grün, schrie es in ihm auf. Warm nahm ihn das licht in seine arme, hob ihn auf und beschenkte ihn mit küssen. Geborgen sollte er sich heute fühlen, unverwundbar in starken armen aufgehoben. Stimmen durchwanderten seinen lichten raum von einer ecke in die andere, klagten, lachten, erzählten von dingen, die angenehm, jedoch unverständlich für ihn blieben. Beine holen sich niemals ein,es wird eines schneller als das andere sein wollen,dachte er bei sich. Sie nennen es gehen.
Niemand wird schuld tragen wenn sie stolpern. Wohlig in den armen von licht geschmiegt dachte er nach - bis eine gestalt erschien.
Glatt das haar nach hinten gekämmt, das gesicht zeichnete sorgen ab, die sich aus seinen augen wanden und auf ihn trafen. Ein weißes gewand umschlang seinen körper, der bis weit zu seinen füßen reichte, gerade dem schuhwerk raum zum gehen bot. Schwere schuhe und schwere schritte, die bei jedem schritt laut erklangen. Die gestalt setzte sich ihm gegenüber an die wand und msterte ihn wortlos.Keine harten böse blicke waren es,weder verwunderung, noch trauer lag in ihnen. Es waren
blicke und weiter nichts. Nichteinmal leer waren sie. Einfach so. Blicke. Still und ohne furcht besahen sie sich, er aus sicheren armen herab,der andere aus sicherer entfernung, schweigend und ohne regung. "Es ist viel trauer in dem blick aus diesem fenster", begann der fremde unvermittelt, "eine wahrhafte trauer. Und du sitzt da im sicheren schoß des lichtes, das seinen weg zu dir findet, und weißt dich aufgehoben".
 "Nicht nur ich bin aufgehoben. Das licht um meinen leib, das mich geborgen an sich hält, braucht ebenso wie ich zuflucht. Höre fremder! Schau du spuk und begreife. Hier ist die gebrgenheit. Sie ist gekommen üüber alle felder der niedertracht, läßt mich sehen und - sie ist schuld an diesen blicken.
Trost,trost muß sie mir geben, meine tränen trocknen, umwandeln in tränen der freude. Bei mir, um mich ist die klarheit aller dinge. Das fenster von licht mit schattenkreuz, das sich dunkel auf die reinheit niederschlägt, ist zeuge aller dinge, die weitab von hier geschehen  und doch ist es mir, als seien sie nah, ein schritt weit ab von mir gewachsen. Es schmerz mich, verwundert mich, schlägt wunden in meine sinne. Morden kann es mich nicht. Ich bin aufgehoben, geachtet vom weiß der
wände, das mir täglich aufs neue mut zuspricht. Es ist gut hier. Bleibe auch du".
"Icg bin gekommen um dich auszuführen",trat der fremde vor ihm hin band ihn fst in sein kleid und nahm ihn mit sich.Das wehrlose,staunende bündel, stumm vor ohnmacht, vor sich hintreibend durchdrang er das gefüge der mauer. Krachend fiel seine welt ins schloß. "Siehe, ich offenbare dir die welt", sagte der fremde feierlich,setzte sein vor bangen starres bündel mit einen mächtigen stoß unter einen grünen baum, in dem der wind wunderliche lieder von freude sang. "Sehe und staune,dies ist der raum,der niemals endet. Dein blick endet in der weite, der raum um dich in dir und über dir endet nicht. Hier ist ein teil ewigkeit".
"Lüge! Hier ist der unrat aller tage. Tod, verderben umringt meine sinne. Wo ist die geborgenheit meines stillen zimmers, das zarte streicheln des lichts? Laß mich in der geborgenheit der weißen wände ruhen. Ich will! "
Kein flehen hilft. Getier nährt sich durch anderes, der mensch zerbricht geist und seele in gegenseitigem einvernehmen. Alles hungert nach gerechtigkeit, sucht und findet nicht. Angetan im büßergewand wandeln heilige,segnend über berge ihrer verstorbenen rasse, die augen gen himmel gerichtet, tief das eigene herz in eigenen weh und ach vergraben, bekreuzigen sich und singen fromme lieder. Sturm, blut, hass zeichnet die gesichter der mordenden scharen die aus feldern äcker des blutes formen,arbeit für jenen hinterlassen, der von diesem tun brot der gefallen erhält. Das alles sind gerade
wege, wege die unbeirrt begangen werden, denn das ziel ist zum greifen nahe. - "Da seht doch, du grüner alter baum und auch du verdammter spuk, wie alle leiber sich weiterschleppen. In ihnen ist grauen, leere in den köpfen, die nichteinmal der tod berühren mag. Es schaudert ihm. Diese sind morast geworden, den ihre eigenen hände schufen. Schande über euch! Schande? Welch fluch kann die erbärmlichen je treffen. Stille wogen der besinnlichkeit wo seid ihr? Welch böse hand riß all den meinen ihr lächeln aus den gesichtern. Keine hand streichelt, keine augen glänzen vor freude, sie sind blank poliert im wahnsinn und leuchten gläsern. Mich friert im warmen licht der sonne, gesättigt ist die luft von asasgeruch. Führ mich heim, fremder spuk, laß mich in meinen weißen wänden schmachten, im arm des lichtes liegen. Es hat gefallen an mir".
Tief drang ein kalter stachel in seinen leib, genetzt mit dieser bitte. Mit den lieblichsten aller gefühle umrankten wehliche gesänge, ein geringschätziger blick des baumes verabschiedete ihn. Die luft roch nach rosenduft und weihrauch, sein körper wippte leicht im takt von schweren schritten. Weich nahm ihn sein zimmer auf, umschlang seinen leib voller glück, überschüttete ihn mit anmutigem rühren,das näher warb wie den gehirn gedanken. Er lag im licht, sonnte sich an ihm,fühlte neues leben keimen, es
drängte ihn in seine altbekannte ecke, das helle viereck des fensters bewegte sich geprägt von des kreuzes schatten auf ihn zu, traf auf seine brust. In neuer lenbensfreude wölbte sich die brust, wollte schier vor lust zerspringen. Da! des baumes grün zeigte sich am fenster, ein vogelschrei dringt in den raum, verharrt ein weilchen - und stirbt.Jäh zerbrach sein lebensgefühl. Dunkel verbarg sich das licht. Einsam flossen tränen. Die menschen morden sich, bauen monumente, die ihre willkür preisen. Einer
bricht den stab über den anderen, treten vernunft wie liebe nieder, stürzen sich von hohen dächern auf frisch gemähte wiesen, die kein kind begehen kann. Welch böses spiel sie spielen. Ein jeder des anderen feind und neider. Wer ist der mächtigste unter ihnen? Alle sind machtlos, ohne macht den drang zu zügeln der untergang verheißt. Da seht! - sie zerren einen zum schaffott, laut erschallen hochgesänge, preisen diese tat. Welch tabu hat er gebrochen, was war seine missetat. Das lächeln - daslächeln um seinen mund, der freundliche faltenschlag um seinen augen ist schuld an seinem tod.
Mit singendem geräusch fällt herab die scharfe klinge, trennt seinen kopf vom leibe. Hoch! Ein schrei aus allen mündern erhebt sich himmelwerts. Und mit feierlichen gehabe zeigt stolz, das haupt am kopf ergriffen auf dem noch immer lächeln liegt, der henkersknecht, herum die arbeit seiner hände.
Freudenfeuer werden angefacht, funken stieben in flirrender luft,in todesangst erhebt sich ein gebrüll von tieren, verstummt beim anblick ihrer schlächter. Das ist ein freudentag wie selten, heut ist ein tag des schmausens und schmusens, den grobe hände wild verteilen.Ein tier, ein fettes tier, geschmort im freudenfeuer - das muß die wahrheit im dasein bedeuten. Kraft verteilen, wohlbehagen schenken. Einen mächtigen furz erbringen, der das gedärm erleichtert, platz schafft für neuerliche nahrung. Das ist erstrebenswert. Legt ab die trauerkleider, ihr übriggebliebenen, laßt ab das säuisch über den nächsten munkeln hinter vorgehaltener hand. Der kommt niemals, der euch reich im himmel mit segen beschenkt. Verloren seid ihr alle, das glück könnt ihr hier nicht finden
Die massen teilen sich, legen sich andere gewänder um den leib, unterhalten sich mit fremden wortenund bleiben doch allzeit die selben wie die euren. Ihr schwimmt im meer des hasses, treibt wie ein korken obenan und - trauert. Verteilt auch ihr die freude, wärme, die in euch und auf euch liegt, laßt eure köpfe rollen zur freude aller, die beweint. Da ist ein fruchtbar geben, denn sie lachenn lange zeit noch über euch. Was sind schon, tränen der freude, tränen aus kummer, im schmerz geboren, schadenfrohes wiehern? Freundliche grimassen, an denen sich augen weiden. Trost ein orgelspiel aus tiefsten innern, freude, geigenspiel das in die sinne fährt, dem mund tiefstes schluchzen entlockt.
Lacht, ihr menschen, lacht und mordet euch. Ihr seid der humus aller tage, das licht das staub zu leben erweckt hat.
Mehret euch, pflanzt euch fort, und auch den hass,legt mit gewalt den samen eurer lenden in die fruchtig süßen böden eurer weiber, gebt weiter eure sinne, eure neugierde, die in den kosmos enteilen will. Liebe?! Ein hinderliches gespiele der gedanken; einstörenfried im rausch des blutes, der lähmend auf den nächsten einwirkt. Es soll kein erbarmen geben; wehleid erlischt am eigenen schmerz. Wo sind die galgen, die fleischermesseer, würgerhände, die mit dem tod einhergehen?
Sie führen kinder an der hand, tragen geschniegelte kleider, stolz geht jeder schritt, die sone scheint wie sonntag, der kopf ist wüst und hohl, und leer sind auch die augen, die die natur gleichmütig betrachten.
Wehe ihr lachenden gesichter, kein tag gehr - er kommt zu richten, sterben.Laaacht!! lacht!
"Geh und betrachte dich", flüsterte der spuk in die gedankentiefe hinein. "Betrachte - dich".
"Sie weren mich holen, mir mein liebstes estreißesn wollen. Das licht. Der wonnigweiche arm  soll mich allzeit halten. Mich fürchtet dem blick derer, die um stehen und mich betrachten. laß mich ich sein,laß mich sein wie ich mich webe,wie ich meiner seele halt gebe, laß mir diese augenblicke erkenntnis, sie sind mir vater und mutter geworden. Das licht liebt mich, der schatten in ihm, stärkt mich. Das weiß der wände ist mein. Dunkel mahnen die schatten meines blutes die stunden unedlicher
tiefe, die mein geist mir schenkt. Hier bei mir und in mir ist ein ort des friedens, auch wenn die schrecklichen gesichter seiner mein gehirn fühlen und schmecken, anzubrechen vermögen wie morsche äste der wind. Es ist angenehm, den schmerz zu fühlen. Es erschreckt mich nicht. Es list leben schmecken, einatmen vieler dinge, die mir lange fremd gewsen. laß mich atmen und sein".
"Ich wrde wieder kommen", verbeugte sich der spuk galant, drehte sich im gehen noch einmal um, "Ich werde dich mahnen kommen, deine worte nehmen, die dich zweifeln lassen". Abschiedsworte die niemandens ohren finden.
Stumpf brüten die tage neues leben gebrechen aus, ziehn, gehen, locken mit dem immer widerkehrenden wundern des morgens und des abends, blanke augen aus dem betrachter, bedecken mit ihrer schönheit die narben der vergangenen zeit, die neuerlichen innhalt erhält, in eile wie weggeworfen. Unbesiegbar bleiben die verlierer, am ziel der erfüllung aller dinge angelangt, die, die am boden liegen, ohne weh, jene, die tiefe gruben suchen, um schutz, geborgenheit in ihnen zu finden. Alle die werden am ende die größten sein. Alle!
Leicht brch sich das licht inseinen armen, wrf bunte muster an decke und wände, die in ihrer schönheit sich gegenseitig übertrafen. Rote wolkenbänke zogen ihre kreise, tauschten ihr licht mit dem blau des alles überspannenden firmamentes, wechselten über in mattes blau vermischt mit dem braunen schwarz der fieberträume aus den krank durchwachten kindertagen. Gleißend gelb durchstach wie gift ein strahl die finternis, brach sich tausendfach an salzigen schweißtropfen, warf sie an den wänden
wider und wider um gleichsam in die augen des betrachters mit gewalt zu stoßen, verstzte dem gehirn einen hieb, daß es sich erschrocken wegduckte,es versteinern ließ,an sich klammerte wie eine ewigkeit voller entstetzten. - Und spie es aus.Alles gehen schmolz dahin, rann über den augenblick des geschehens hinaus in fremde auren, auf immer blühende felder, die niemandens hände bestellen können. Die welt murmelte und gluckste, bedächtig bewegten sich in frohem geben im ersten licht der
schöpfung die gliedmaßen, spürten ein weiches warmes gehäuse auf, das mit freundlichem gegendruck auf die regung antwortete. Es ist gut, ein weiches warmes heim, einen stten zufriedenen leib zu spüren, der mehr als obdach gibt. Welches heim ist hier jedoch. Unermüdlich drängen die gewalten von allen seiten auf unschuld herab. Nackt liegt die wonne in kalten gläsernen händen und ruft und schreit und windet sich verfroren. Schonungslose begierde, die lautstark nach stillenden brüsten verlangt. Die
münder rufen mannigfaltigfach o und ach, wischen ihre feuchten augen trocken, würgen ihere neu erhalte welt mit stolzgeschwellten brüsten und wollen wie jene sein in ihren armen. Ein fluch auf alle!
Niemand wird kommen um zu mahnen, einen festen schritt finden, der ihm die macht gibt, zweifel von dieser wahrheit zu nehmen. Kein auge wird sich von innen sehen können, es sieht, erfaßt, ist leer und voll im gleichen augenblick. Ganz obenan die nacht mit ihren bildern, die blinden sehen hilft.
Morgen betrachten sie das kommende des abends, und des nachts dinge, die gewesen, kommen werden im rechten glanz. Die welten tragen trauer in ihren händen, rufen, plärren heiser,fürchten sich.
Niemand antwortet, alles schweigt geduckt unter der fuchtel ihrer selbst. Jähzornig schlagen licht und schatten auf sich ein, um zu besiegen, obwohl sie nicht aneinander vorbeikommen. Warm dringt die feinfühligkeit lieber angenehmer worte in die kälte, umarmt süß den frost der gedanken, schwelgt brüderlich mit anmutigen dingen, die allesamt erlogen sind Keine worte aus jedwelchen mund auch immer verhallen für alle zeiten. Leiser werden die echos der worte; verstummen oder gar in den tiefen des seins versiegen werden sie nie.Das wort, der schall und inhalt aller dinge kasteit sich nicht an den windungen der sinne, auch wenn sie wirr im blute liegen, getränkt mit einflüssen, die außerhalb ihrer selbst darniederliegen.
Laß uns stumm sein, einen augenblick dem fauchen wilder bestien lauschen. Auf leisen pfoten durchstreifen sie die wege Aller, durchkreuzen ohne argwohn auszulösen alle wege derer, die nicht fragen nach dem warum, weshalb. Still sollen die münder, der atem Aller sein, auf daß sie den weg bereiten für freundlichere dinge, die nicht den selben namen derer tragen die sie getauft.
Schweigen lag in seinen raum, blicke huschten an den wänden vorüber, bedachten ihn mit blicken, die sich hämisch und verachtend ansahen. Tief in ihm die worte der abneigung gegen diese vielzahl vonaugenpaaren. Sein geist blieb unberührtbar. Lächelnd kauerte er in seiner ecke mit blick auf das fenster, dem die dunklen schatten ein kreuz auferlegten, sah in die helle des neuen tages, der graute, an licht gewann, grau blieb wie die dinge, die seinen geist  marterten, knoten flochten, die niemandens
hände entwirren vermögen. Ein lächeln wie selten eines lag auf seinen zügen. Glück ausstrahlend wiegte er seinen arm in der zuflucht des anderen, schaukelte ihn bedächtig, gewann dem spiel einen tiefen seufzer ab, schrie ab und an gellend auf mit einer heiseren stimme, die den bestand vieler krankheiten verät, schlug seinen kopf im takt seines wirren inneren klaglos an die weiße, lichtkalte wand, riß sich tiefe furchen mit den nägeln seiner finger in die brust, verrieb mit kreisenden handbewegungen das frische blut auf seinen körper, ahmte den geruch seines blutes mit fremden
lauten nach, von denen nur er allein wußte, daß sie ihm antworteten: Du bist, weil du dich fühlst, du lebst weil das rot deiner hände dir sagen, daß alles um dich herum lebt und ist, nicht anders sein kann und darf wie es sich in der helle deines lichts betrachten läßt.
Weich sind die banden der sich liebenden, angenehm die stimmen all derer, die mitgefühl in sich tragen. Der spuk, das licht kommt, geht und erlischt mit weltenschlagen, furchtbaren hieben, die steinerne gebäude erzittern lassen. Erbärmlich die küsse von weichen, warmen lippen, die das salz vieler stiller tränen schmecken. Wo ist die zuflucht derer, die im dunkel leben, dahinsiechen in wohlgefälliger betrachtung?
Laut, schrill, lang anhaltend stieß er einen schrei aus, wand sich wie in krämpfe am boden, verbarg sich wie ein ungeborenes geschöpf in eine ecke, suchte zuflucht in sich, verbarg sein gesicht in den händen, die nach seinem hals verlangten um ihn zu würgen. Lautlos zerflossen die wände, quollen angenehm weich über seinen körper, überspülten ihn mit sanften streicheln, das ihn zufrieden verstummen ließ.
Jetzt in den leib der mutter eintauchen, zufrieden am daumen lutschen, umgeben von innerlicher wärme, der schreckensschreie derer lauschen, die in der kälte ihres seins im dunkel auf ihren tod warten. Nichts lebt, es ist ein langes warten auf die freilassung. Erlöst von der begierde, die augenblicke in sich zu nehmen, enteilen die seelen aller in die unendlichkeit, in die wärme des schoßes aller mütter. Hier, und nur dort ist die wärme aller dinge. Kein kieselstein beweint seine einstige größe. Er liegt im bett des flusses, von elementen umspült, die ihn an sich nehmen. Das ist leben, teilen,nehmen. Der mensch ist ebenso. Die zeit umfließt ihn, reibt sich an ihm müde bis er ertrinkt, spült ihn an ufer, an denen trauernde ausharren, sein gehen beweinen, bang in ihre zukunft blicken in anbetracht des eigenen werdeganges unter ihren füßen. Ein jeder mit der frage beschäftigt, wofür es gut ist auszuharren, das geborenwerden, das absehbare sterben vor augen, dem niemand entrinnen kann.
Verbittert über den fluch des daseins suchen sie nach dem eigentlichen sinn ihrer schöpfung, bewahren ihre toten auf in höfen des friedens, singen wehleidige lieder an grabstätten in denen viele generationen von ihnen zu staub zerfallen sind. Erinnerungen werden wach gerufen, die von den guten taten des verstorbenen erzählen, unbeachtet bleiben die haßerfüllten hiebe von dem bestatteten, die tiefe wunden schlugen, unbekümmerte verhärten ließ wie ein böser fluch, der weitergegeben wird, unfaßbar für den tod, von einem zum anderen weiter gereicht wird. In schwarzes tuch gehüllt stehen sie mit trauermine vor einem dunklen gierigen rachen, begreifen sich nicht, frösteln schaurig, weil dieses nimmer satte maul von einen augenblick auf den anderen hunger nach ihnen verspüren kann.
Der schoß der mutter fragt nicht nach dem willen des ungeborenen, es verlangt ebenso unerbittlich nach ihm wie der schoß der erde. Ringsum staunen die lebendigen, die diesen unabdingbaren gesetzt folge leisten müssen. Nirgends zeigt sich ein ausweg, keine tür öffnet sich, durch die ein geschöpf entfliehen kann. Die sinne sind dem leben preisgegeben, ringen ihm aus verlegenheit einen sinn ab, gehen fröhlich singend ein stück des wegs mit, der direkt an einen abgrund führt, den der tod sein eigen nennt
Der tod sät aus, sorgt sich nicht um eine mißernten. Alle früchte seiner händer arbeit finden verwendung für ihn. Wo ist das leben? Welche frucht bringt das leben hervor, spielt es doch immer ihrem mündel mensch einem nimmer satten gefährten in die hände.
Tod und leben, ein bund für die ewigkeit, geboren für eine zweisamkeit, die unerschütterlich allen gefahren trotzen wird. Es wird niemals zeugen ihrer vermählung geben. Sie sind alles schon gestorben, nahrung für gewürm, dem baum guter humus geworden. Leere verlorene zeiten, die dem inhalt geben. Kräftige hände streckten sich nach ihm aus, brachen mit grobem griffen seinen widerstand, entrissen ihm das weiche lager der wände, die geborgenheit und wärme gaben, stellten ihn wehrlos nackt in das
dunkel ihrer blicke, die sagten, wie verloren er sei. Ein spuk, grünes tuch umschlang seinen leib und kopf, nahm sich seiner an. Willig folgte er ihm, denn grün sind der blumen blätter, die das gift der winde verzehren auf daß des vogels schwingen die reinheit stets berühren.
Voller zuversicht nahm er das kalte,harte bett an, ließ sich binden, lauschte den angenehmen worten, die sie ihm zuflüsterten, die vertraute erinnerungen wachriefen, die weit in der vergangenheit mut vermittelten, angst vor dem dunkel der nacht hinwegnahmen, schrecken besiegten, schlaf schenkten voller träume, die sich warm und süß ansahen und ebenso schmeckten. Wundersam die berührung der
hände, die machtvoll an seinen schläfen preßten. Wogen von hitzigem lieben tauchten in seine sinne, ließ sie in der glut der leidenschaften schmelzen, entfachte einen erguß von wonne in ihm, aber auch schmerz, der nach erfüllung aller ersehnter dinge und begierde verlangte. Die welten wankten, fielen in trümmern, begruben all das elend, das über dem sims seines fensters ragte, all die tränen vor schmerz weinender mütter und väter im anblick ihrer heimgegangenen lieben. Stumpf sind die augen derer die das licht gesehen, freundlich das lächeln ihrer masken, die sie in händen tragen.
All das dunkel angstdurchwachter tage zerrann im zugriff neuerer wahrheit. Unbarmherzig brannte ein neues vielfältiges licht löcher in die altbekannte wirklichkeit. Im neuem gewand die sonne. Warm   lächelnd schien sie auf ihn herab, wiegte ihn glücklich unbefangen in ihren armen, die ihn mit frohen gesängen in eine blank geputzte wirklichkeit entließen, die bar aller schrecken ihr gutmütiges gesicht zeigte. Da war ein frohes geben, lachen, nehmen, atmen in frischen zügen - wie neugeboren. Wonne, der erguß heiliger spermien, der jungfrauen gebären läßt, was den haß vereiteln hilft; liebe, mut schmeckt der unerschöpflich über die ufer quillt. Ein rinnsal, das reißend wird nach wolkenbrüchen der demut, reinigend um sich greift im erbarmen der dürren äcker an seinen ufern. Jetzt aufatmen, neu erstehen, das gehirn waagerecht ordnen, ihm eine gestalt geben von leidenschaftlicher vollkommenheit.
Stumm formten sich die ersten neuen bilder, begehrlich eindrücke. Stramm in reih und glied drangen sie in ihn; geradlinige kulissen geometrisch geordnet, angetan mit einhelliger freundlichkeit.
Undurchdringlich warf sich ein blick wie der ander auf sein gesicht, zeichnete aderige muster auf seine haut, umwebte ihn mit beklemmenden gefühlen, neu erwachenden ängsten in gestalt kleiner sorgenfalten, die sich schmerzlich tief eingruben, zart und fein, unsehbar für forschende augen, die nach wunden suchen. Unzählige haarrisse übersäten seinen körper, ein anmutiges muster aus brüchen, die vezweifelt in sich halt fanden, form dem alten, bekannten körper gewährten. Verzweifelt hielt er im atmen inne. Kein weh, kein ach darf ihn berühren, kein lachen ihn erschüttern,
es zerbräche alles sonst in sich.
Behutsam öffnete er die augen - vor angst geweitet trafen seine blicke an die auf gestalten in grünes tuch gehüllt, licht fraß sich tief in die pupillen, gruben sich dunkel ein - schemenhafte eindrücke besahen ihn, wollten ihn ermuntern ein wort zu formen, verlangten geduldig nach einen namen vo dem er nichts wußte. Kein laut rang sichaus seinen weit wie staunen geöffneten mund, geifer floß aus ihm.
Dicker zähflüssiger speichel ersetzte worte, eiferte dem blut im kampf gefallener nach, die gehorsam ihrem herrn nicht schuldig bleiben. Behende morden sie einander, niemand führt sie vor gericht, läßt sie ihrer schlimmen taten büßen.
Ordenbehängt schlagen sie ihre augen vor der fahne des sieges nieder, wischen sich tränen innerster rührung verschämt aus den augenwinkeln, um sich hernach ihrer heldenhaften taten zu brüsten. Lebensunfähig in allen das mitgefühl für dahingeschlachtete, den tadellosen gegenüber, die unter folterqualen ihr leben lassen mußten. Ein hoch auf all jene, die zerschunden und mit eingebüßten gliedmaßen, gar des verstandes, den ihnen das grauen des kampfes nahm, aus dem feld heimgekehrt.
Das lob aus dem richtigen mund hilft alle pein vergessen, schmiert alle herzensnarben glatt, bestärkt die erinnerung an angenehme geschehnisse und läßt sie für alle zeit verstummen.
Ich mochte ihn sehr, diesen unbekanten menschen, wir wuchsen uns leise ans herz. Finden durften wir uns nicht.
Er war ein maler und  er hat sich weggenommem.