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Wie
gebannt beobachtete er den schatten des fensterkreuzes, den die
sonne auf den nackten boden warf, verfolgte ihn aus sicherer entfernung
aus einer ecke des kahlen raumes, wie er langsam und stetig
MIT DER ZEIT über den boden wanderte, ohne eine regung zu zeigen.
Alles war still in ihm. Die blicke, die gedanken, leben,
das ihn atmen ließ. Furcht herrschte nicht, keine kälte,
wärme, liebe. Geborgenheit umgab ihn wie die leere der
weißen wände, die ihm obdach boten wie sein ausatmen
auf dem neues, angefüllt mit leben voll von erbarmen neuerliches
frisches einatmen folgte . Stetig wanderte der fleck aus licht
und schatten mit dem stand der sonne, erklomm ein stück wand
tastete sich in seine richtung vor, berührte ihn wie vorsichtig
an seinen nackten auf den boden ausgestreckten füßen.
Nichts solllte zerbrochen werden. Diesen augenblick der begegnung
wollte er auskosten, an ihm zehren wie von dem letzten sorgenvollen
streicheln, das ein im sterben liegender vater seinen kindern
mit auf den weg gibt. Und gleißend legte sich der strahl von
licht auf sein gesicht, zeichnete auf seine brust sein kreuz
aus schatten - er fühlte sich leben. "Ich bin", bewegten
sich seine lippen. Weich hallte das echo von den weißen wänden
wider. Es tat gut sein echo von den weißen wänden
widerhallen hören. Niemals war dieser augenblick der begegnung
ehrlicher, niemals so warm und freundlich wie die vorangegangenen.
Stolz reckte er seine brust dem licht entgegen, starrte mit
erhaben erhobenen haupte in den glitzernden lichtstrom, streckte
seine arme nach ihm aus als wollte er ihn umarmen an sein
herz drücken wie eine mutter das geliebte kind. "Ich bin
!". schrie es aus ihm heraus". Ich bin das weiß
der wände, der inhalt aller leeren räume, die klarheit
aller wasser. Ich bin !" schrie er wie ein tier. "Ja
ich bin!" ,stürzte an das kleine knapp unter der decke
befindliche fenster , das keinen leib enttrinnen ließ,
griff mit beiden händen das eiserne fensterkreuz und hangelte
sich hoch, um es allen hinauszuschreien. " Ich bin !"
schrie er laut, "Ihr aber seid nur ihr lebt nicht !" fügte
er mit schwächer werdender stimme an, verstummte schließlich.
Ein pfuhl dem nächsten gleich tat sich vor seinen augen auf.
Starre hände von der angst gelähmt, glückseligkeit
niemals zu erlangen, verteilten ihre armut streicheln. Fäuste
schlugen tränen aus augen, die immer geweint. Alle spröden
lippen liebkosten sich, warfen ihm küsse zu, formten worte
wie liebe und lächelnden ihn zu, daß nichts besser lügt
als der eigene mund. Kopf und gehirn zählen nicht, lachten
sie fröhlich bei seinem entsetzen blick, spien vor ihm aus,
tauchten in ihre art von reinheit unter, aus der alles leben
aus der taufe gehoben wurde. Im schnellen galopp preschten reiter
heran, zügelten ihre pferde vor seinem fenster, schwenkten
ergeben ihre hüte. " Die zeit rinnt wie der tod, wo ist
das leben?", fragten sie höflich.Nichts bleibt bestehen
für eine pause besinnlichkeit .Es lebt kein gestern morgen
. Die gegenwart atmet aus und doch ist sie. Nur wie ? Schaurige
blicke, verwundern, ein grün der bäume, blätter und
der gräber. Alles ist humus für kommende tage. Siehe,
die sonne mordet sich, erschlägt den horizont. Und du? "Wehe
dir und deinem hoffen". Hart trafen die Sporen die leisten
ihrer Pferde. Gequält schrie die natur auf, enteilte voller
schmerzen. Mit bangen sah er ihnen nach, glitt an der wand
herab und verdrückte sich mit SCHWEREN GEDANKEN in die
nächste Ecke. Wie ein fremd gewordener freund die nacktheit
des Raumes, kühl das unschuldige weiß der wände
wie das erste amen nach anbeginn der welten. augen schließen
sich nicht in der einsamkeit des geistes, sie tragen das
wort der sinne in die unendlichkeit des raumes - in einen wie den
seinen. Welche freunde werden heute kommen, welche zunge nach
seinen mund suchen und ihn öffnen, dinge mitteilen, die niemals
von worten umrissen werden ? Träge floss der bach leben
an seinem kleinen fenster vorüber, plätscherte, murmelte,
berichtete von dingen, die grausam schauen, nötig geworden
weil sie hände schufen , in denen blut floss und fließt
an den fingerspitzteen herab auf das geschaffene triefte wie segnende
wasser von den blättern der bäume, jedes grashalms in
der weite des geistes. Diese hände voll von blut schufen sein
dunkel, wollte sein, formten ihn zu ihrem bilde , kneteten aus seinem
gehhirn bizarre muster in der art eines frühlinksschauers,
der auf trockenen sand fällt. Kleine zierliche bäche,
tiefe löcher, ausgeschwemmte mulden, die rund und glatt jedem
fuß ihr bett anboten. Es fühlte sich gut an, in dieser
kammer zu sitzen mit den reinweißen wänden und dem weißen
boden, das fenster unterhielt ihn ,ließ ihn bei laune sein
wie er es sich wünschte, spendete frische luft ohne auch nur
einmal zu klagen. Diese genügsamkeit des fensters stimmte ihn
heiter, er bewunderte es, wollte so sein wie es selbst. Das fenster
gab und klagte nie, zeigte nie Launen, deutete nur auf sie herab.
Es musste ein König sein, die Krönung aller dinge, der
höhepunkt der Schöpfung .Feierlich bot es blicke frei
nach allen dingen der Welt, nahm nie einen dank an, nie ein freundliches
wort oder ehrergebene geste. Genommen wollte es werden, aus tiefsten
herzen genommen von einem, der verstand mit ihm umzugehen, es benutzen
konnte wie kein anderer vor ihm. In raschen lautlosen schritten
näherten sich die dunkelheit, nahm den gesamten raum ein, bereitete
ihm ein bett wie alle tage. In einem winkel des fensterkreuzes setze
sich ein stern hernieder, sandte feine adern von licht durch dass
das dunkel, huschte an die ihm gegenüberligende wand, wuchs
an, blendete ihn bedeckte ihn mit flüchen, die ihn versteinerten.
Und zorn wuchs, gewalt, mit ihr mordlust wilder tiere, berauscht
vom blut unschuldiger opfer, die mit heraushängendem Eingeweide
in den tiefen des Hasses liegen. Ein wilder Kampf entbrannte zwischen
ihnen. Stumm und verbissen hieb er um sich. Kein laut des Schmerzes
sollte seiner kehle entfahren. Heldenhaft muss jedes ringen sein,
mutig und unerschrocken den feind die Stirn geboten werden, wenn
der kranz des sieges am eigenen hals hängen soll. Hängen
sollte dieser kranz, weit oben im gehirn verflochten, baumeln zum
trotz und der niedertracht willen. Niemand stirbt um seines lebens
willen, er ist geboren um zu kämpfen und sterben, zu hassen
und lieben - und lieben. Lieben? - Blut und tränen netzten
alle böden. Jeder schritt der füße berührte
eine schorfige wunde, eine frische lache von blut der vergangenen
tage. Das ist gehen, sehen, einatmen und wahrnemen der eigenen tritte
und hiebe. Liebe? nicht liebe; zährtliches hassen, aufeinander
einschlagen, blut des nächsten riechen, spüren, schmecken.
Der mensch ist sich sebst ein untertan. Immerdar! Pfeilschnell
umspann des kämpfers harte züge der lichte eindrang, legte
ihm ein lächeln um den mund, verband die wilden hiebe mit schmusigen
worten einer lieblichen einfalt, brach willkür, jähem
zorn die macht, labte sich an tränen des besiegten. Und wusch
sich rein.- Glück fließt verteilt und nimmt die weichheit
aller herzen. Welche wonne kann schöner sein alls diese. "Du
bist", sprach das licht, "und ich werde kommen wenn ich
dir nah sein soll". Blut lief von der weißen wand
herab, bedeckte mit purpuren schlieren den boden, malte schmierige
bögen dem fenster entgegen, erbrach sich auf alle ausblicke
von ebbe und flut der lebendigen leiber, die sich nicht hören,
finden, niemals spüren werden. Entspannt schlief ER, die
wahrheit,umwoben mit vielen träumen aus glück. Wie scham
floß schweiß und blut an seinem leib herab, formte eine
lache um seinem haupt, erstarrte allmählich, hielt im entsetzen
inne. Das erwachen nannte, sich :wer bist du welt, aus deinem
mund kann ich nichts neues nehmen. Du bist, vergehst und bist und
stirbst und bist nie unterzukriegen. Zeige dich fenster, zeige dich
sonne und kreuz im licht,im dunkel, ich will dich annehmen. Die
wand ist rot von blut, mein kopf trauer, tränen die sich meiner
schämen. Zeig mir dein angesicht, deute meine wahl,die sagt
und zeigt mir, daß ich bin. Ich lebe. Ein teil welt offenbahrte
sich: Siehe hier ist wahrheit und dort ist lüge aus tiefsten
herzen - Neid! - Habsucht der fehlenden dinge wegen, der armut im
geiste wegen. Was ist armut?! Sie lieben den haß, bennen ihn
freude am leben, sie trinken aus armut iihr reiches bestehen, sie
schlagen sich tot aus notdurft - notdurft! - sie reißen dem
gehirn die sinne aus, wischen sie ab wie tränen der freude.Alles
lebt, erlebt sich und ist. Keine zähne knirschen vor zorn,
die wut ist allen längst genommen. Wogegen willst du kämpfen?
Du bist. Wen treffen deine tadel? Du bist! Du bist - ja du bist
mir untertan. Wer kleidet dich, wer bettet dich, wer legt deinen
gütigen geifer trocken? Ich! Dein weißer raum bewahrt
dich. Wer ist dein fenster? Ich! Keine harte faust wird dich je
brechen. Aber ich kann es. Ein feines spiel bist du mir, ein spiel
aus kindertagen und doch will ich wie du sein, will frei von all
dem haß sein, den du niemals erlebst. - Hier ist mein kreuz.
Die sonne stieg, legte den schatten des fensterkreuzes auf den boden
des raumes und wanderte mit der zeit.Du und ich sprach es und wanderte
der wand entgegen,schau mein licht, von dem ich komme. Ich komme
durch das singen der vögel am firmament, die sich um ihre nahrungsstääte
streiten, überwand das dunkel über die,welche sich den
raum des lebens mit niederem getier teilen. Alles was sah und fühlte
nahm mit gdanken auf. Und du? Du sitzt und staunst und bist
und fragst und wunderst dich. Wehe denen, die im dunklen sitzen.
Warm ist das gewand der isolation. Die vögel singen für
alle. Warm ist ein kinderlachen,glückselig desbaches murmeln,kein
stein versinkt in seen tiefe. Er ist und bleibt für
sich. Welchen strom soll ich befahren,welche hast mir aufbürden,
wenn weiß die wäände mich umranken,geschmückt
mit blut von meinem haupte. Ich sehe und erfahre mich, befinde ein
befrieden, das glücklicher nicht sein kann. Un soll es mich
auch nehmen in einen bann; ich werd mein heil austragen und sterben
wie befohlen. Ich bin und sterbe alle zeit die mir befohlen ist.Keine
kuh kann sich am euter laben,kein mensch dem andren leben geben.
Es ist nur überdruß! Ich wende mich dem guten hin und
weiß nicht, wie es sich benennt. Liebe!?? Niemals liebe;sie
ist voller angst,dem leben fremd,sie kann nie wahrheit finden..
Stumm ziehen die bilder bunter farben an den augen des geistes ihre
bahnen, schmecken die unvollkommheit und singen fromme lieder, verheißungen
des glückes, der befreiung armer selen erahnen ihre strophen.
Gesänge, die immer einen boden finden, der fest verwurzelt
in allen sinnen lebt. Lob dir du weißes fenster, das du
geduldig bist, denn deine demut muß gebrochen werden. Alles,
das morgen sein wird, ist im dunkel, alles was gewesen, versinkt
im dunkel. Nur das weiß der wände um mich herum versiegt
nie es ist und bleibt bestand aller dinge. - Banges hoffen.
Der tag beginnt. Ein neuer tag wie viele vor ihm, mit neuen gesichtern,
neuem hoffen auf eingebung,die tiefer aus den gedanken entspringen
muß wie alles vor ihm das dagewesen. Ja, die menschen
morden sich,morden seinesgleichen, morden, schälen ab - dinge,die
gegen die vernunft verstoßen. All das gras um ihre häuser
grünt im gleichen elenden rhytmus wie das gras im nachbargarten.
Frei von unkräutern, frei von ungeziefer, nicht bewahrt vor
schädlichen einflüssen der umwelt, denn die umwelt sind
sie, die kleinen grünen flächen, die ebenso sauber gleichförmig
darniederliegen wie die gehirne ihrer besitzer. Nicht uniformiert
- nein, ein grün, ein gehirn,eine meinung will bewusster, besser
sein wie die des nächsten. Jeder ist sein absolut in der gemeinschaft,
alles ist gemein in ihnen, hinterhältig um seines rasens willen.
Ich bin das grün, schrie es in ihm auf. Warm nahm ihn das licht
in seine arme, hob ihn auf und beschenkte ihn mit küssen. Geborgen
sollte er sich heute fühlen, unverwundbar in starken armen
aufgehoben. Stimmen durchwanderten seinen lichten raum von einer
ecke in die andere, klagten, lachten, erzählten von dingen,
die angenehm, jedoch unverständlich für ihn blieben. Beine
holen sich niemals ein,es wird eines schneller als das andere sein
wollen,dachte er bei sich. Sie nennen es gehen. Niemand wird
schuld tragen wenn sie stolpern. Wohlig in den armen von licht geschmiegt
dachte er nach - bis eine gestalt erschien. Glatt das haar nach
hinten gekämmt, das gesicht zeichnete sorgen ab, die sich aus
seinen augen wanden und auf ihn trafen. Ein weißes gewand
umschlang seinen körper, der bis weit zu seinen füßen
reichte, gerade dem schuhwerk raum zum gehen bot. Schwere schuhe
und schwere schritte, die bei jedem schritt laut erklangen. Die
gestalt setzte sich ihm gegenüber an die wand und msterte ihn
wortlos.Keine harten böse blicke waren es,weder verwunderung,
noch trauer lag in ihnen. Es waren blicke und weiter nichts.
Nichteinmal leer waren sie. Einfach so. Blicke. Still und ohne furcht
besahen sie sich, er aus sicheren armen herab,der andere aus sicherer
entfernung, schweigend und ohne regung. "Es ist viel trauer
in dem blick aus diesem fenster", begann der fremde unvermittelt,
"eine wahrhafte trauer. Und du sitzt da im sicheren schoß
des lichtes, das seinen weg zu dir findet, und weißt dich
aufgehoben". "Nicht nur ich bin aufgehoben.
Das licht um meinen leib, das mich geborgen an sich hält, braucht
ebenso wie ich zuflucht. Höre fremder! Schau du spuk und begreife.
Hier ist die gebrgenheit. Sie ist gekommen üüber alle
felder der niedertracht, läßt mich sehen und - sie ist
schuld an diesen blicken. Trost,trost muß sie mir geben,
meine tränen trocknen, umwandeln in tränen der freude.
Bei mir, um mich ist die klarheit aller dinge. Das fenster von licht
mit schattenkreuz, das sich dunkel auf die reinheit niederschlägt,
ist zeuge aller dinge, die weitab von hier geschehen und doch
ist es mir, als seien sie nah, ein schritt weit ab von mir gewachsen.
Es schmerz mich, verwundert mich, schlägt wunden in meine sinne.
Morden kann es mich nicht. Ich bin aufgehoben, geachtet vom weiß
der wände, das mir täglich aufs neue mut zuspricht.
Es ist gut hier. Bleibe auch du". "Icg bin gekommen
um dich auszuführen",trat der fremde vor ihm hin band
ihn fst in sein kleid und nahm ihn mit sich.Das wehrlose,staunende
bündel, stumm vor ohnmacht, vor sich hintreibend durchdrang
er das gefüge der mauer. Krachend fiel seine welt ins schloß.
"Siehe, ich offenbare dir die welt", sagte der fremde
feierlich,setzte sein vor bangen starres bündel mit einen mächtigen
stoß unter einen grünen baum, in dem der wind wunderliche
lieder von freude sang. "Sehe und staune,dies ist der raum,der
niemals endet. Dein blick endet in der weite, der raum um dich in
dir und über dir endet nicht. Hier ist ein teil ewigkeit".
"Lüge! Hier ist der unrat aller tage. Tod, verderben umringt
meine sinne. Wo ist die geborgenheit meines stillen zimmers, das
zarte streicheln des lichts? Laß mich in der geborgenheit
der weißen wände ruhen. Ich will! " Kein flehen
hilft. Getier nährt sich durch anderes, der mensch zerbricht
geist und seele in gegenseitigem einvernehmen. Alles hungert nach
gerechtigkeit, sucht und findet nicht. Angetan im büßergewand
wandeln heilige,segnend über berge ihrer verstorbenen rasse,
die augen gen himmel gerichtet, tief das eigene herz in eigenen
weh und ach vergraben, bekreuzigen sich und singen fromme lieder.
Sturm, blut, hass zeichnet die gesichter der mordenden scharen die
aus feldern äcker des blutes formen,arbeit für jenen hinterlassen,
der von diesem tun brot der gefallen erhält. Das alles sind
gerade wege, wege die unbeirrt begangen werden, denn das ziel
ist zum greifen nahe. - "Da seht doch, du grüner alter
baum und auch du verdammter spuk, wie alle leiber sich weiterschleppen.
In ihnen ist grauen, leere in den köpfen, die nichteinmal der
tod berühren mag. Es schaudert ihm. Diese sind morast geworden,
den ihre eigenen hände schufen. Schande über euch! Schande?
Welch fluch kann die erbärmlichen je treffen. Stille wogen
der besinnlichkeit wo seid ihr? Welch böse hand riß all
den meinen ihr lächeln aus den gesichtern. Keine hand streichelt,
keine augen glänzen vor freude, sie sind blank poliert im wahnsinn
und leuchten gläsern. Mich friert im warmen licht der sonne,
gesättigt ist die luft von asasgeruch. Führ mich heim,
fremder spuk, laß mich in meinen weißen wänden
schmachten, im arm des lichtes liegen. Es hat gefallen an mir".
Tief drang ein kalter stachel in seinen leib, genetzt mit dieser
bitte. Mit den lieblichsten aller gefühle umrankten wehliche
gesänge, ein geringschätziger blick des baumes verabschiedete
ihn. Die luft roch nach rosenduft und weihrauch, sein körper
wippte leicht im takt von schweren schritten. Weich nahm ihn sein
zimmer auf, umschlang seinen leib voller glück, überschüttete
ihn mit anmutigem rühren,das näher warb wie den gehirn
gedanken. Er lag im licht, sonnte sich an ihm,fühlte neues
leben keimen, es drängte ihn in seine altbekannte ecke,
das helle viereck des fensters bewegte sich geprägt von des
kreuzes schatten auf ihn zu, traf auf seine brust. In neuer lenbensfreude
wölbte sich die brust, wollte schier vor lust zerspringen.
Da! des baumes grün zeigte sich am fenster, ein vogelschrei
dringt in den raum, verharrt ein weilchen - und stirbt.Jäh
zerbrach sein lebensgefühl. Dunkel verbarg sich das licht.
Einsam flossen tränen. Die menschen morden sich, bauen monumente,
die ihre willkür preisen. Einer bricht den stab über
den anderen, treten vernunft wie liebe nieder, stürzen sich
von hohen dächern auf frisch gemähte wiesen, die kein
kind begehen kann. Welch böses spiel sie spielen. Ein jeder
des anderen feind und neider. Wer ist der mächtigste unter
ihnen? Alle sind machtlos, ohne macht den drang zu zügeln der
untergang verheißt. Da seht! - sie zerren einen zum schaffott,
laut erschallen hochgesänge, preisen diese tat. Welch tabu
hat er gebrochen, was war seine missetat. Das lächeln - daslächeln
um seinen mund, der freundliche faltenschlag um seinen augen ist
schuld an seinem tod. Mit singendem geräusch fällt
herab die scharfe klinge, trennt seinen kopf vom leibe. Hoch! Ein
schrei aus allen mündern erhebt sich himmelwerts. Und mit feierlichen
gehabe zeigt stolz, das haupt am kopf ergriffen auf dem noch immer
lächeln liegt, der henkersknecht, herum die arbeit seiner hände.
Freudenfeuer werden angefacht, funken stieben in flirrender luft,in
todesangst erhebt sich ein gebrüll von tieren, verstummt beim
anblick ihrer schlächter. Das ist ein freudentag wie selten,
heut ist ein tag des schmausens und schmusens, den grobe hände
wild verteilen.Ein tier, ein fettes tier, geschmort im freudenfeuer
- das muß die wahrheit im dasein bedeuten. Kraft verteilen,
wohlbehagen schenken. Einen mächtigen furz erbringen, der das
gedärm erleichtert, platz schafft für neuerliche nahrung.
Das ist erstrebenswert. Legt ab die trauerkleider, ihr übriggebliebenen,
laßt ab das säuisch über den nächsten munkeln
hinter vorgehaltener hand. Der kommt niemals, der euch reich im
himmel mit segen beschenkt. Verloren seid ihr alle, das glück
könnt ihr hier nicht finden Die massen teilen sich, legen
sich andere gewänder um den leib, unterhalten sich mit fremden
wortenund bleiben doch allzeit die selben wie die euren. Ihr schwimmt
im meer des hasses, treibt wie ein korken obenan und - trauert.
Verteilt auch ihr die freude, wärme, die in euch und auf euch
liegt, laßt eure köpfe rollen zur freude aller, die beweint.
Da ist ein fruchtbar geben, denn sie lachenn lange zeit noch über
euch. Was sind schon, tränen der freude, tränen aus kummer,
im schmerz geboren, schadenfrohes wiehern? Freundliche grimassen,
an denen sich augen weiden. Trost ein orgelspiel aus tiefsten innern,
freude, geigenspiel das in die sinne fährt, dem mund tiefstes
schluchzen entlockt. Lacht, ihr menschen, lacht und mordet
euch. Ihr seid der humus aller tage, das licht das staub zu leben
erweckt hat. Mehret euch, pflanzt euch fort, und auch den hass,legt
mit gewalt den samen eurer lenden in die fruchtig süßen
böden eurer weiber, gebt weiter eure sinne, eure neugierde,
die in den kosmos enteilen will. Liebe?! Ein hinderliches gespiele
der gedanken; einstörenfried im rausch des blutes, der lähmend
auf den nächsten einwirkt. Es soll kein erbarmen geben; wehleid
erlischt am eigenen schmerz. Wo sind die galgen, die fleischermesseer,
würgerhände, die mit dem tod einhergehen? Sie führen
kinder an der hand, tragen geschniegelte kleider, stolz geht jeder
schritt, die sone scheint wie sonntag, der kopf ist wüst und
hohl, und leer sind auch die augen, die die natur gleichmütig
betrachten. Wehe ihr lachenden gesichter, kein tag gehr - er
kommt zu richten, sterben.Laaacht!! lacht! "Geh und betrachte
dich", flüsterte der spuk in die gedankentiefe hinein.
"Betrachte - dich". "Sie weren mich holen, mir
mein liebstes estreißesn wollen. Das licht. Der wonnigweiche
arm soll mich allzeit halten. Mich fürchtet dem blick
derer, die um stehen und mich betrachten. laß mich ich sein,laß
mich sein wie ich mich webe,wie ich meiner seele halt gebe, laß
mir diese augenblicke erkenntnis, sie sind mir vater und mutter
geworden. Das licht liebt mich, der schatten in ihm, stärkt
mich. Das weiß der wände ist mein. Dunkel mahnen die
schatten meines blutes die stunden unedlicher tiefe, die mein
geist mir schenkt. Hier bei mir und in mir ist ein ort des friedens,
auch wenn die schrecklichen gesichter seiner mein gehirn fühlen
und schmecken, anzubrechen vermögen wie morsche äste der
wind. Es ist angenehm, den schmerz zu fühlen. Es erschreckt
mich nicht. Es list leben schmecken, einatmen vieler dinge, die
mir lange fremd gewsen. laß mich atmen und sein".
"Ich wrde wieder kommen", verbeugte sich der spuk galant,
drehte sich im gehen noch einmal um, "Ich werde dich mahnen
kommen, deine worte nehmen, die dich zweifeln lassen". Abschiedsworte
die niemandens ohren finden. Stumpf brüten die tage neues
leben gebrechen aus, ziehn, gehen, locken mit dem immer widerkehrenden
wundern des morgens und des abends, blanke augen aus dem betrachter,
bedecken mit ihrer schönheit die narben der vergangenen zeit,
die neuerlichen innhalt erhält, in eile wie weggeworfen. Unbesiegbar
bleiben die verlierer, am ziel der erfüllung aller dinge angelangt,
die, die am boden liegen, ohne weh, jene, die tiefe gruben suchen,
um schutz, geborgenheit in ihnen zu finden. Alle die werden am ende
die größten sein. Alle! Leicht brch sich das licht
inseinen armen, wrf bunte muster an decke und wände, die in
ihrer schönheit sich gegenseitig übertrafen. Rote wolkenbänke
zogen ihre kreise, tauschten ihr licht mit dem blau des alles überspannenden
firmamentes, wechselten über in mattes blau vermischt mit dem
braunen schwarz der fieberträume aus den krank durchwachten
kindertagen. Gleißend gelb durchstach wie gift ein strahl
die finternis, brach sich tausendfach an salzigen schweißtropfen,
warf sie an den wänden wider und wider um gleichsam in
die augen des betrachters mit gewalt zu stoßen, verstzte dem
gehirn einen hieb, daß es sich erschrocken wegduckte,es versteinern
ließ,an sich klammerte wie eine ewigkeit voller entstetzten.
- Und spie es aus.Alles gehen schmolz dahin, rann über den
augenblick des geschehens hinaus in fremde auren, auf immer blühende
felder, die niemandens hände bestellen können. Die welt
murmelte und gluckste, bedächtig bewegten sich in frohem geben
im ersten licht der schöpfung die gliedmaßen, spürten
ein weiches warmes gehäuse auf, das mit freundlichem gegendruck
auf die regung antwortete. Es ist gut, ein weiches warmes heim,
einen stten zufriedenen leib zu spüren, der mehr als obdach
gibt. Welches heim ist hier jedoch. Unermüdlich drängen
die gewalten von allen seiten auf unschuld herab. Nackt liegt die
wonne in kalten gläsernen händen und ruft und schreit
und windet sich verfroren. Schonungslose begierde, die lautstark
nach stillenden brüsten verlangt. Die münder rufen
mannigfaltigfach o und ach, wischen ihre feuchten augen trocken,
würgen ihere neu erhalte welt mit stolzgeschwellten brüsten
und wollen wie jene sein in ihren armen. Ein fluch auf alle!
Niemand wird kommen um zu mahnen, einen festen schritt finden, der
ihm die macht gibt, zweifel von dieser wahrheit zu nehmen. Kein
auge wird sich von innen sehen können, es sieht, erfaßt,
ist leer und voll im gleichen augenblick. Ganz obenan die nacht
mit ihren bildern, die blinden sehen hilft. Morgen betrachten
sie das kommende des abends, und des nachts dinge, die gewesen,
kommen werden im rechten glanz. Die welten tragen trauer in ihren
händen, rufen, plärren heiser,fürchten sich.
Niemand antwortet, alles schweigt geduckt unter der fuchtel ihrer
selbst. Jähzornig schlagen licht und schatten auf sich ein,
um zu besiegen, obwohl sie nicht aneinander vorbeikommen. Warm dringt
die feinfühligkeit lieber angenehmer worte in die kälte,
umarmt süß den frost der gedanken, schwelgt brüderlich
mit anmutigen dingen, die allesamt erlogen sind Keine worte aus
jedwelchen mund auch immer verhallen für alle zeiten. Leiser
werden die echos der worte; verstummen oder gar in den tiefen des
seins versiegen werden sie nie.Das wort, der schall und inhalt aller
dinge kasteit sich nicht an den windungen der sinne, auch wenn sie
wirr im blute liegen, getränkt mit einflüssen, die außerhalb
ihrer selbst darniederliegen. Laß uns stumm sein, einen
augenblick dem fauchen wilder bestien lauschen. Auf leisen pfoten
durchstreifen sie die wege Aller, durchkreuzen ohne argwohn auszulösen
alle wege derer, die nicht fragen nach dem warum, weshalb. Still
sollen die münder, der atem Aller sein, auf daß sie den
weg bereiten für freundlichere dinge, die nicht den selben
namen derer tragen die sie getauft. Schweigen lag in seinen
raum, blicke huschten an den wänden vorüber, bedachten
ihn mit blicken, die sich hämisch und verachtend ansahen. Tief
in ihm die worte der abneigung gegen diese vielzahl vonaugenpaaren.
Sein geist blieb unberührtbar. Lächelnd kauerte er in
seiner ecke mit blick auf das fenster, dem die dunklen schatten
ein kreuz auferlegten, sah in die helle des neuen tages, der graute,
an licht gewann, grau blieb wie die dinge, die seinen geist marterten,
knoten flochten, die niemandens hände entwirren vermögen.
Ein lächeln wie selten eines lag auf seinen zügen. Glück
ausstrahlend wiegte er seinen arm in der zuflucht des anderen, schaukelte
ihn bedächtig, gewann dem spiel einen tiefen seufzer ab, schrie
ab und an gellend auf mit einer heiseren stimme, die den bestand
vieler krankheiten verät, schlug seinen kopf im takt seines
wirren inneren klaglos an die weiße, lichtkalte wand, riß
sich tiefe furchen mit den nägeln seiner finger in die brust,
verrieb mit kreisenden handbewegungen das frische blut auf seinen
körper, ahmte den geruch seines blutes mit fremden lauten
nach, von denen nur er allein wußte, daß sie ihm antworteten:
Du bist, weil du dich fühlst, du lebst weil das rot deiner
hände dir sagen, daß alles um dich herum lebt und ist,
nicht anders sein kann und darf wie es sich in der helle deines
lichts betrachten läßt. Weich sind die banden der
sich liebenden, angenehm die stimmen all derer, die mitgefühl
in sich tragen. Der spuk, das licht kommt, geht und erlischt mit
weltenschlagen, furchtbaren hieben, die steinerne gebäude erzittern
lassen. Erbärmlich die küsse von weichen, warmen lippen,
die das salz vieler stiller tränen schmecken. Wo ist die zuflucht
derer, die im dunkel leben, dahinsiechen in wohlgefälliger
betrachtung? Laut, schrill, lang anhaltend stieß er einen
schrei aus, wand sich wie in krämpfe am boden, verbarg sich
wie ein ungeborenes geschöpf in eine ecke, suchte zuflucht
in sich, verbarg sein gesicht in den händen, die nach seinem
hals verlangten um ihn zu würgen. Lautlos zerflossen die wände,
quollen angenehm weich über seinen körper, überspülten
ihn mit sanften streicheln, das ihn zufrieden verstummen ließ.
Jetzt in den leib der mutter eintauchen, zufrieden am daumen lutschen,
umgeben von innerlicher wärme, der schreckensschreie derer
lauschen, die in der kälte ihres seins im dunkel auf ihren
tod warten. Nichts lebt, es ist ein langes warten auf die freilassung.
Erlöst von der begierde, die augenblicke in sich zu nehmen,
enteilen die seelen aller in die unendlichkeit, in die wärme
des schoßes aller mütter. Hier, und nur dort ist die
wärme aller dinge. Kein kieselstein beweint seine einstige
größe. Er liegt im bett des flusses, von elementen umspült,
die ihn an sich nehmen. Das ist leben, teilen,nehmen. Der mensch
ist ebenso. Die zeit umfließt ihn, reibt sich an ihm müde
bis er ertrinkt, spült ihn an ufer, an denen trauernde ausharren,
sein gehen beweinen, bang in ihre zukunft blicken in anbetracht
des eigenen werdeganges unter ihren füßen. Ein jeder
mit der frage beschäftigt, wofür es gut ist auszuharren,
das geborenwerden, das absehbare sterben vor augen, dem niemand
entrinnen kann. Verbittert über den fluch des daseins suchen
sie nach dem eigentlichen sinn ihrer schöpfung, bewahren ihre
toten auf in höfen des friedens, singen wehleidige lieder an
grabstätten in denen viele generationen von ihnen zu staub
zerfallen sind. Erinnerungen werden wach gerufen, die von den guten
taten des verstorbenen erzählen, unbeachtet bleiben die haßerfüllten
hiebe von dem bestatteten, die tiefe wunden schlugen, unbekümmerte
verhärten ließ wie ein böser fluch, der weitergegeben
wird, unfaßbar für den tod, von einem zum anderen weiter
gereicht wird. In schwarzes tuch gehüllt stehen sie mit trauermine
vor einem dunklen gierigen rachen, begreifen sich nicht, frösteln
schaurig, weil dieses nimmer satte maul von einen augenblick auf
den anderen hunger nach ihnen verspüren kann. Der schoß
der mutter fragt nicht nach dem willen des ungeborenen, es verlangt
ebenso unerbittlich nach ihm wie der schoß der erde. Ringsum
staunen die lebendigen, die diesen unabdingbaren gesetzt folge leisten
müssen. Nirgends zeigt sich ein ausweg, keine tür öffnet
sich, durch die ein geschöpf entfliehen kann. Die sinne sind
dem leben preisgegeben, ringen ihm aus verlegenheit einen sinn ab,
gehen fröhlich singend ein stück des wegs mit, der direkt
an einen abgrund führt, den der tod sein eigen nennt Der
tod sät aus, sorgt sich nicht um eine mißernten. Alle
früchte seiner händer arbeit finden verwendung für
ihn. Wo ist das leben? Welche frucht bringt das leben hervor, spielt
es doch immer ihrem mündel mensch einem nimmer satten gefährten
in die hände. Tod und leben, ein bund für die ewigkeit,
geboren für eine zweisamkeit, die unerschütterlich allen
gefahren trotzen wird. Es wird niemals zeugen ihrer vermählung
geben. Sie sind alles schon gestorben, nahrung für gewürm,
dem baum guter humus geworden. Leere verlorene zeiten, die dem inhalt
geben. Kräftige hände streckten sich nach ihm aus, brachen
mit grobem griffen seinen widerstand, entrissen ihm das weiche lager
der wände, die geborgenheit und wärme gaben, stellten
ihn wehrlos nackt in das dunkel ihrer blicke, die sagten, wie
verloren er sei. Ein spuk, grünes tuch umschlang seinen leib
und kopf, nahm sich seiner an. Willig folgte er ihm, denn grün
sind der blumen blätter, die das gift der winde verzehren auf
daß des vogels schwingen die reinheit stets berühren.
Voller zuversicht nahm er das kalte,harte bett an, ließ sich
binden, lauschte den angenehmen worten, die sie ihm zuflüsterten,
die vertraute erinnerungen wachriefen, die weit in der vergangenheit
mut vermittelten, angst vor dem dunkel der nacht hinwegnahmen, schrecken
besiegten, schlaf schenkten voller träume, die sich warm und
süß ansahen und ebenso schmeckten. Wundersam die berührung
der hände, die machtvoll an seinen schläfen preßten.
Wogen von hitzigem lieben tauchten in seine sinne, ließ sie
in der glut der leidenschaften schmelzen, entfachte einen erguß
von wonne in ihm, aber auch schmerz, der nach erfüllung aller
ersehnter dinge und begierde verlangte. Die welten wankten, fielen
in trümmern, begruben all das elend, das über dem sims
seines fensters ragte, all die tränen vor schmerz weinender
mütter und väter im anblick ihrer heimgegangenen lieben.
Stumpf sind die augen derer die das licht gesehen, freundlich das
lächeln ihrer masken, die sie in händen tragen. All
das dunkel angstdurchwachter tage zerrann im zugriff neuerer wahrheit.
Unbarmherzig brannte ein neues vielfältiges licht löcher
in die altbekannte wirklichkeit. Im neuem gewand die sonne. Warm
lächelnd schien sie auf ihn herab, wiegte ihn glücklich
unbefangen in ihren armen, die ihn mit frohen gesängen in eine
blank geputzte wirklichkeit entließen, die bar aller schrecken
ihr gutmütiges gesicht zeigte. Da war ein frohes geben, lachen,
nehmen, atmen in frischen zügen - wie neugeboren. Wonne, der
erguß heiliger spermien, der jungfrauen gebären läßt,
was den haß vereiteln hilft; liebe, mut schmeckt der unerschöpflich
über die ufer quillt. Ein rinnsal, das reißend wird nach
wolkenbrüchen der demut, reinigend um sich greift im erbarmen
der dürren äcker an seinen ufern. Jetzt aufatmen, neu
erstehen, das gehirn waagerecht ordnen, ihm eine gestalt geben von
leidenschaftlicher vollkommenheit. Stumm formten sich die ersten
neuen bilder, begehrlich eindrücke. Stramm in reih und glied
drangen sie in ihn; geradlinige kulissen geometrisch geordnet, angetan
mit einhelliger freundlichkeit. Undurchdringlich warf sich
ein blick wie der ander auf sein gesicht, zeichnete aderige muster
auf seine haut, umwebte ihn mit beklemmenden gefühlen, neu
erwachenden ängsten in gestalt kleiner sorgenfalten, die sich
schmerzlich tief eingruben, zart und fein, unsehbar für forschende
augen, die nach wunden suchen. Unzählige haarrisse übersäten
seinen körper, ein anmutiges muster aus brüchen, die vezweifelt
in sich halt fanden, form dem alten, bekannten körper gewährten.
Verzweifelt hielt er im atmen inne. Kein weh, kein ach darf ihn
berühren, kein lachen ihn erschüttern, es zerbräche
alles sonst in sich. Behutsam öffnete er die augen - vor
angst geweitet trafen seine blicke an die auf gestalten in grünes
tuch gehüllt, licht fraß sich tief in die pupillen, gruben
sich dunkel ein - schemenhafte eindrücke besahen ihn, wollten
ihn ermuntern ein wort zu formen, verlangten geduldig nach einen
namen vo dem er nichts wußte. Kein laut rang sichaus seinen
weit wie staunen geöffneten mund, geifer floß aus ihm.
Dicker zähflüssiger speichel ersetzte worte, eiferte dem
blut im kampf gefallener nach, die gehorsam ihrem herrn nicht schuldig
bleiben. Behende morden sie einander, niemand führt sie vor
gericht, läßt sie ihrer schlimmen taten büßen.
Ordenbehängt schlagen sie ihre augen vor der fahne des sieges
nieder, wischen sich tränen innerster rührung verschämt
aus den augenwinkeln, um sich hernach ihrer heldenhaften taten zu
brüsten. Lebensunfähig in allen das mitgefühl für
dahingeschlachtete, den tadellosen gegenüber, die unter folterqualen
ihr leben lassen mußten. Ein hoch auf all jene, die zerschunden
und mit eingebüßten gliedmaßen, gar des verstandes,
den ihnen das grauen des kampfes nahm, aus dem feld heimgekehrt.
Das lob aus dem richtigen mund hilft alle pein vergessen, schmiert
alle herzensnarben glatt, bestärkt die erinnerung an angenehme
geschehnisse und läßt sie für alle zeit verstummen.
Ich mochte ihn sehr, diesen unbekanten menschen, wir wuchsen uns
leise ans herz. Finden durften wir uns nicht. Er war ein maler
und er hat sich weggenommem.
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